Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1921-05-01
- Page
- 164 (sequence 4)
- Language
- German
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164 Im deutschen Reich NaLionalauLonomie und Pogrom Vier jüdische Minister in Pogrom- Ukraine und Gold ungefüllten Hühnern, die sie zu den Deutschen hinüberstiegen ließen, von den in jüdischen Bärten ausgesundenen drahtlosen telephonischen Apparates, von den Juden, die aus dem Hinterhalt auf die russischen Soldaten schossen, die die verwundeten Russen totschlugen, von der jüdischen Spionage und anderen schönen Dingen, mit denen die Polen die Juden zu verleumden pflegten, und die vom russischen Militärkommando an die ganze russische Armee weitergegeben: wurden. Dieselben Kosaken waren auch Zeugen davon, wie aus Befehl des russischen Militärkommandos die „jüdischen Spione" samt Frauen und Kindern in Massen aus ihren Wohnorten davongejagt und nach Vernichtung und Zerstörung ihres Haöes in Viehwaggons nach dem Innern Rußlands verschleppt zu werden pflegten. So konnte der Soldat im Verlaufe des Krieges allmählich erlernen, wie man mit den Juden umzugehen hat. Auch regelrechte Pogrome waren damals nicht gerade selten, so daß der ukrainische Kosak für seine weitere Tätigkeit auch praktische Uebung mitbrächte. . . Allein die Regierung eben dieser ukrainischen Volksrepublik hatte den Juden „nationale Autonomie" verliehen. Man erinnert sich noch des Freudenschreies, der durch den ganzen zionistischen Blätterwald hallte, als diese Hoffnung in Erfüllung gegangen war. Habemus Papaml Wir haben einen veritablen „Minister für jüdische Angelegenheiten". Wir hatten sogar deren vier nacheinander in der kurzen Spanne Zeit. Sie verdienen, daß ihre Namen der breitesten Öffentlichkeit bekanntgegeben werden, diese braven, tapferen Zeitgenossen, die es so ehrlich meinten, eine neue glücklichere Epoche über ihre Glaubensgenossen heraufzuführen hofften und schließlich so schweres Leid, auch für ihre Person, zu tragen hatten. Ün. Moses S i! b e r f a r b , P i n ch a s K r a ß n y j, Dr. $1B r a § am Rewutzky, Dr. Salomon Golde!- mann-Solotarenko! Es waren vielleicht in der Zwischenzeit noch einige, deren Namen sich aber schwer ermitteln lassen. Die ukrainische Regierung — deren genauere Adresse leider jetzt, wie gesagt, unbekannt ist, hat über diese Nationalautonomie und das Ministerium für jüdische Angelegenheiten einen ganzen diplomatischen Kodex herausgegeben, in dem eine Unmenge staatsmänni scher und gesetzgeberischer Weisheit verborgen ist. Die jüdischen Minister hatten viel zu tun. Eines Tages brachten die zionistischen Blätter eine triumphierende Depesche: die ukrainische Regierung habe alle jüdischen kulturellen, religiösen und gemeinnützigen Institutionen dem jüdschen Ministerium unterstellt. Denkt euch mal, der Minister für jüdische Angelegenheiten hatte zu gebieten über alle Raöbonim, Dajjonim, Chasonim, Kabronim, Schamossim, Melamdim, Mohalim, ihm unterstanden sämtliche Synagogen, jedes Beth tzammidrasch, die Chadrim, Jeschiboth, Hekdeschim, Altersheime, Krankenhäuser, Friedhöfe, kurz alles! Herz, was willst du noch mehr? Das heißt, eigentlich blieben alle die genannten Funktionäre und Anstalten in der Obhut und der Verwaltung der jüdischen Gemeinden ganz in ie b i s dahin, in dieser Beziehung hatte. sich n i ch t s gell n d e r taber das Gebäude hatte als Spitze einen jüdischen Minister. Allerdings, erzählt uns der Verfasser, konnte der jüdische Minister Rewutzky nach wochenlangen Bemühungen nicht durchsetzen, daß die Kiewer Wohnungskommission für sein Ministerium ein entsprechendes Gebäude requiriere und mußte schließlich sein Ministerium in einigen Hotelzimmern unterbringen. Aber immerhin, die ukrainische Volksrepublik durfte für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, als erste die Juden mit dem schützenden Gehege der Nationalautonomie umgeben zu haben. Dieses erwies sich leider nicht feuerfest genug gegen die Pogrome. ^Nämlich am 2. Dezember 1917 wurde das Gesetz über die NaLwnalLutonOmie