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Im deutschen Reich · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · p. 148

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Article
Wiederholungen
Date
1921-05-01
Page
148 (sequence 4)
Language
German
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148 Im deutschen Reich Stadt eine neue Ortsgruppe mit erheblicher Mitgliederzahl gegründet wird und jedes Mitglied einen Jahresbeitrag von 10 Mark zeichnet. Man mache sich selbst und vor allen Dingen allen anderen klar, was die Herstellung dieser Zeitschrift kostet und daß es wahrlich nicht zuviel verlangt ist, wenn wir, ohne einen Mindestbeitrag mit Rücksicht aus wirklich Minderbemittelte sestsetzen zu wollen, von jedem Mitglied wenigstens das Opfer von täglich 10 Pfennigen erwarten. Daß für viele eine tägliche Ausgabe von 50 Pfennigen für uns eine Kleinigkeit ist, bedarf keiner Erörterung. Schlimm genug, wenn wir uns immer wieder vor Augen halten müssen, daß anderen diese Tatsache nicht geläuftg ist. Wer die Not der Zeit und den Ernst unseres Kampfes im Herzen trägt, wird sich nur dann mit einem schmalen Beitrage begnügen, wenn ihn-seine äußeren Verhältnisse dazu zwingen. Einer opferfreudigen einsichtigen Gesinnung aber entspricht es nicht, dem C.-V. bei genügendem Einkommen einen so kargen Beitrag zuzuführen, daß inan seine Aufrechterhaltung als Mitglied nur dem Umstande verdankt, weil die anderen für einen zahlen und einen nicht ausweisen wollen, um die Stoßkraft der Bewegung nicht zu schwächen. Man lehre sich und anderen die Scham, die auch in politischen Fragen vorhanden sein muß. „Aber ich bin schon in so vielen Vereinen!" Tausende rufen es uns täglich zu, als ob der Centralverein ein Wohltätigkeitsverein wäre! Als ob es sich hier um etwas anderes handeln würde als um eine Versicherung auf Erhaltung von Ehre, Gut und Leben! Keiner der anderen jüdischen Vereine kann bestehen, wenn der Centralverein nicht in der Lage ist, seine Ausgaben zu erfüllen. Hier handelt es sich weder um Wohltätigkeit noch um sonst etwas, was mau als charitativ zu bezeichnen pflegt, sondern wirklich um Fragen der Existenz. Wer das liest und mit dem Inhalt dieser Worte einverstanden ist, wirb sich der Pflicht bewußt sein, auch in Zeiten der Ferien unsere Bestrebungen als feine Bestrebungen zu erkennen und zu fördern. Was sollen wir lesen? Wer ist den Schriften des Philo Verlages näher getreten? Wir erwähnten früher schon die vorzüglichen Werke von Goldstern*) und Kahn**). Wie vielen unserer Freunde ist der Inhalt dieser beiden Werke in Fleisch und Blut übergegangen? Auch hier handelt es sich um ein sittliches Miß. Mau braucht ja mit den Ver- *) Julius Goldstein, Rasse und Politik, Neuwerk-Verlag, Schlüchtern. **) Fritz Kahn, Die Juden als Nasse und Kulturvolk, Weltverlag, vergl. Märzheft der Zeitschrift 1821. S. 84.

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