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Im deutschen Reich · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. 131

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 4 (April 1921)
Article
[Ohne Titel]
Date
1921-04-01
Page
131 (sequence 7)
Language
German
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Jüdische Rundschau 131 Die wichtigsten, bahnbrechenden, dem Laien wie dem Fachmann unentbehrlichen Werke über alle die Juden betreffenden Fragen der Vergangenheit und der Gegenwart sind in deutscher Sprache verfaßt. Jedes englisch, französisch oder russisch geschriebene Werk aus einem dieser Bereiche wird erst dann Gemeingut der gesamten jüdischen Intellektuellen, wenn es ins Deutsche übersetzt ist. In deutscher Sprache erscheinen seit nahezu 70 Jahren die wissenschaftlichen Zeitschriften, in denen die jüdischen Forscher die Ergebnisse ihrer Untersuchungen den Fachmännern unterbreiten und daneben eine stattliche Anzahl populärer Monats- und Wochenschriften, die zur Belehrung, Unterhaltung oder Erbauung des breiten jüdischen Publikums bestimmt sind. Gegenwärtig hat jede Partei, jede Richtung, sogar jedes Grüppchen innerhalb des Judentums ihre Zeitschrift in deutscher Sprache, welche vor der breitesten Oefsentlichkeit erscheint und in jeder Bibliothek erhältlich ist. Nun sage doch einer: Wer ist unter den Juden der Verwahrer dieser Geheimnisse und Geheimgesetze, und durch welches Organ werden sie von einem dem andern mitgeteilt, von einer Generation der anderen überliefert? W o befindet sich der geheimnisvolle Ort, an dem die Juden die Schriftrollen mit diesen Geheimnissen und Geheim gesehen ausbewahren? In den Katakomben von Rom oder von Jerusalem? Oder aber in jenen schauerlichen Höhlen, in denen sie ehemals die geweihten Hostien zerstachen, bis Blut davon rann, in denselben Höhlen, in denen sie bis aus den heutigen Tag jedesmal zu Ostern Christenkinder abzuschlachten pflegen, um ihr Blut in die Mazzes zu kneten und in den Wein zu schütten? Es gehört ein enormes polizeiwidriges Maß von Dummheit — oder von Dreistigkeit dazu, um von dem Vorhandensein jüdischer Geheimgesetze zu reden. Man muß hierüber die vor kurzem erschienene Schrift „Jüdische Geheimgesetze?" von Prof. B. Br. Hermann L. Stra cf*) lesen, um gewahr zu werden, wie schwer es ist, gegen die Dummheit zu kämpfen, besonders wenn sie sich mit der Bosheit verbindet. Wir erfahren da. daß die Geschichte mit den „jüdischen Geheimgesetzen", von früheren Epochen abgesehen, im Jahre 1892 begonnen hat. Damals wurde zu Berlin in Hunderttaufenden von Abdrücken ein „Talmud-Auszug" verbreitet, der „neuentdeckte, ungeheuer wichtige Stellen aus dem Talmud" vor dem Publikum darlegte. Seitdem suchte man immer wieder durch Verhandlungen in Volksvertretungen, durch Aufsätze in Zeitungen, durch Flugblätter und Reden in öffentlichen Versammlungen das deutsche Volk in Angst zu versetzen vor den „jüdischen Geheimgesetzen". Im Jahre 1895 veröffentlichte Br. für. Freiherr F. C. v. Langen, Mitglied des Reichstages, also ein Gesetzgeber des deutschen Volkes, ein verantwortlicher Mann, ein Libell unter dem Titel „Talmudische Täuschungen, das jüdische Geheimgesetz und die deutschen Landesvertretungen". Gustav Dalm a n, gewiß ein berufener und unverdächtiger Zeuge, schrieb in der Leipziger „Theologischen Literaturzeitung": „Welche Vorstellungen Unwissende, von Unwissenden getäuscht, über jüdisches Recht hegen, ist aus diesem Büchlein zu ersehen. Das jüdische Recht hat mir allen Gebieten des Wissens das gemein, daß es für die ein Geheimnis ist, welche es nicht studiert haben." Das hat nicht gehindert, daß die Schrift im Jahre 1919 in fünfter Auflage erschien, mit umgestelltem Titel: „Das jüdische Geheimgesetz. . . . Talmudische Täuschungen". Der „berühmte" Theodor Fritsch reitet in seinem „Beweismateria! gegen Jahwe" unaufhörlich *) Berlin 1920, Verlag von Schwetschke L Sohn.

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