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Im deutschen Reich · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. 121

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 4 (April 1921)
Article
Verband nationaldeutscher Juden und Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1921-04-01
Page
121 (sequence 11)
Language
German
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Berbsnb »at.-deutsch. Inden u. T.-B. deMch. WsatSbürger jüb.GlLickenS 121 Herr Kunze charakterisiert die Bestrebungen des Verbandes folgendermaßen: „Wir Deutsche werden uns von solchen und von anderen jüdischen Machenschaften nicht beeinflussen lassen." Was bleibt also übrig? Lediglich eine Gründung, die, wenn auch ungewollt, d e n u n z i a t o r i s ch wirken muß. Unser Freund Dr. Felüx G o I d m a nn - Leipzig hat recht gehabt, wenn er in einem Schreiben an Naumann über die Gründung folgendes gesagt hat: „Ich verrate Ihnen doch kein Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, daß auf Grund Ihrer Bestrebungen S i e zwar und Ihre Freunde keine größere Achtung und Liebe bei den Antisemiten finden werden, daß aber der großen Masse ein unheilbarer Schaden zugefügt wird. Ein Freund von mir, der sein Vaterland so glühend liebt wie nur einer, der im Krieg und Frieden mit vollem Herzen seine Pflicht getan hat, schrieb mir, als Ihr erster Artikel erschien, ganz erbittert, er wirke fast, wenn auch unbeabsichtigt, wie eine Denunziation." 5. Wassermann und Naumann. Die stärkste Widerlegung, die die Neugründung finden kann, ist in dem Buche „Mein Weg als Deutscher und Jude"*) von dem bekannten und geschätzten Schriftsteller Jacob Wassermann, dem Verfasser der Werke „Die Geschichte der jungen Renate Fuchs", „Caspar Hauser", „Das Gänsemännchen", „Christian Wahnschaffe", enthalten. Möge es jeder zur Hand nehmen, der in der Sache zur Klarheit kommen will, weil die Entwicklung der seelischen Einstellung, die Wassermann zu dein Problem genommen hat, überaus lehrreich und bedeutungsvoll ist. W. sagt: „Deutscher Jude! Nehmen Sie die beiden Worte mit vollem Nachdruck, nehmen Sie sie als die letzte Entfaltung eines langwierigen Entwicklungskampfes. Ich bin Deutscher und ich bin Jude! Einessosehrundso völlig wiedas andere! Keines ist vom andern zu löse n." Diese Worte enthalten das unverrückbare Programm des Centralvereins. Deutschtum und Judentum in inniger Vermählung. Zum Heile unseres Vaterlandes! Zur Erhöhung unserer Lehre! Anmerkung. Wenn in dem Aufruf des Verbandes „Brennende Fragen" ausgeführt ist, der Berliner Vorstand des C.-V. habe eine Anregung zu einer persönlichen Aussprache abgelehnt, so ist diese Ausführung gänzlich unrichtig. Hätten die wahren Verhältnisse festgestellt werden sollen, so hätte der Verfasser des *) S. Fischer Verlag, Berlin 1921. Preis 18,70 M.

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