Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 4 (April 1921)
- Article
- Verband nationaldeutscher Juden und Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1921-04-01
- Page
- 122 (sequence 12)
- Language
- German
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122 Im deutschen Reich Aufrufes einfügen müssen, daß die Verhandlungen vom Vorstand abgelehnt worden sind, nachdem der Führer der „Nationaldeutschen Bewegung" in seinem, eine solche Besprechung anregenden Briefe ausdrücklich hervorgehoben hat: „Zur Vermeidung von Mißverständnissen möchte ich nicht verfehlen, an dieser Stelle nochmals mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, daß die Gründung des Verbandes selb st und seine Tendenzen fe st st eh ende Tatsachen sind, an denen nichts mehr zu ändern ist. Es handelt sich lediglich um die Frage, wie die beiden Korporationen, nachdem die irnsere offiziell ins Leben getreten ist, sich zueinander stellen werden." Es war ganz klar, daß der Centralverein keine Veranlassung hatte, eine Unterhaltung über eine Neugründung herbeizuführen, die bereits beschlossene Sache war, obwohl der Gründer des Verbandes vom Vorsitzenden des Centralvereins häufig genug ersucht worden war, vor Vollziehung der Gründung über die Zweckmäßigkeit einer solchen Vereinigung mit dem Vorstande Rücksprache zu nehmen. Von Mischehen. Von Br. GustM Löffler, Frankfurt 6. M. Von einer wissenschaftlichen Abhandlung, „Die Fruchtbarkeit der christlich - jüdischen Mischehe", aus der Feder des Br. Max Marcuse-Berlin, soll nach dem Wunsche der Schriftleitung berichtend hier die Rede sein. Darüber hinaus aber soll, durch Gedanken beim Lesen der kleinen Schrift und durch Erlebnisse des Alltags veranlaßt, das drängende und dringliche Problem der erschreckend üöerhandnehmenden jüdischen Mischehe überhaupt aufgerollt werden. Verfasser der genannten Abhandlung verneint von vornherein, im Gegensatz zu den Ergebnissen der seitherigen Statistik, eine spezifische Un- und UnLerfruchtbarkeit der Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden. Die Methodik des statistischen Verfahrens in dieser Frage war vielfach mangelhaft, und mußte so zn Fehlschlüssen kommen. Sie umschloß neben schon lange bestehenden Mischehen auch solche erst kurzer Dauer, deren Fruchtbarkeitsgrad noch nicht endgültig feststehen konnte. Man übersah auch bei der vergleichenden Gegenüberstellung der Geburtenzahl in reinen und gemischten Ehen die zumeist spätere Eheschließung und damit kürzere Dauer der gemischten Ehen und das zumeist höhere Alter der Eheschließenden, das die Zeugungsfähigkeit schon im Beginne der Ehe beeinträchtigte. Weiterhin rechnete man unter Mischehen auch die ehelichen Vereinigungen, bei denen der eine Ehegatte durch Uebertritt