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Im deutschen Reich · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. 113

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 4 (April 1921)
Article
Verband nationaldeutscher Juden und Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1921-04-01
Page
113 (sequence 3)
Language
German
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Verband nat.-dentsch. Juden u. C.-B. deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens 113. Centralverein selbstverständlich willkommen sein, wenn sie in der Richtung seiner Tendenzen liegen und nicht Grundsätze, welche dem Centralverein von jeher zu eigen gewesen sind, ins Bizarre verwandeln würde. Klar und deutlich ist die unbeirrte Pslege deutscher Gesinnung Gegenstand der Bestrebungen des Centralvereins seit seiner Begründung gewesen. Dem neuen Verbände genügt d i e se Pslege deutscher Gesinnung nicht, weil, wie der „Verband nationaldeutscher Juden" sagt, der Centralverein großenteils national unzuverlässig sei. Daß es bei einer Bewegung, der viele Zehntausende angehören, den einen oder den andern geben kann, der zu den grundsätzlichen Fragen des Vereins eine laue Stellung einnimmt, ist nicht unmöglich. Die Behauptung aber, daß dies bei einem großen Teil der Mitglieder der Fall ist, ist eine Verdächtigung, für die keinerlei Beweis erbracht werden kann. In allen, Zeiten, in denen seit Bestehen des Centralvereins das Vaterland in irgendeiner Weise gerufen hat, ist der Vorstand in vollstem Einverständnis mit den Mitgliedern überall in erster Reihe gestanden, wenn es galt, für des Reiches Herrlichkeit einzutreten. Einzelheiten sollen hier nicht anfgeführt werden. Der furchtbare Vorwurf, der gegen einen großen Teil der Anhänger des Centralvereins erhoben wird, muß diese auf das tiefste schmerzen und verletzen, und die Entrüstung ist begreiflich, mit der Tausende und aber Taufende unserer Freunde in Briefen und Zuschriften die Anzweifelung ihrer Vaterlandsliebe von sich wiesen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Auffassung einer Reihe von Gründern des nationaldeutschen Verbandes und uns liegt vielmehr darin, daß der Centralverein in vollstem Gegensatz sich den außerdeutschen Juden nicht nur durch Stammes-, sondern auch durch ihre Glaubensgemeinschaft, mag man diese echt religiös oder staatsbürgerlich empfinden, verbunden hält. Gerade dieser Punkt ist von ausschlaggebender Wichtigkeit. Das Jüdische als Religion einfach abschaffen zu wollen, die Forderungen religiösen Gemeinschaftsgefühls ohne weiteres verleugnen zu wollen, ist f ü r u n s eine Unmöglichkeit. Wir sind Juden in erster Reihe unserer Religion, in zweiter Reihe unserem Stamme nach. Infolgedessen empfinden wir den Austritt ans dem Judentum wie einen Keulenschlag. Darum lehnen wir den Grundsatz der neuen Vereinigung, die dem Judentum Abtrünnige dann willkommen heißt, wenn sie die Taufe nicht angenommen.haben, mit Entrüstung ab. Gleiche Empfindungen solchen gegenüber, welche unserer Gemeinschaft den Rücken gekehrt haben, beherrschen auch diejenigen unter uns, deren religiöse Ueberzeugung sie ganz auf die Unke Seite weisen. Mit Recht sehen sie in denen, welche um ihres jüdischen

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