Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 4 (April 1921)
- Article
- Verband nationaldeutscher Juden und Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1921-04-01
- Page
- 112 (sequence 2)
- Language
- German
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112 Im deutschen Reich legen, daß wir selbst auf das entschiedenste den u n d rutsch e n, fälschlich als „jüdisch" bezeichneten Geist verwerfen, der auch bei den deutschen Juden nur der Geist einer einzelnen Schicht ist." Infolgedessen, so wird weiter ausgeführt, bekämpft der Verband auch den politischen Internationalismus, der die Grenzen der Völker verwischen will und der bei Juden, die ihm anhängen, gefördert wird durch die Fehlanschauung einer über die Grenzen völkischer Kultur hinausreichenden Solidarität. Der französische, der englische Jude ist dem „nationaldeutschen Juden" nur Franzose, nur Engländer. Die Wahl der politischen Parteien ist ausschließlich Gewissenssache des einzelnen Mitgliedes. „Nur das eine fordern wir, daß für die parteipolitische Orientierung nicht jüdische Gesichtspunkte maßgebend sein dürfen, sondern nur deutsche. Wir lehnen es ab, uns lin eine jüdische Einheitsfront einzugliedern. Ob schriftgläubig oder freidenkend, jeder Deutsche jüdischer Abstammung, der sich nicht etwa einer nichtjüdischen Religionsgemeinschaft zugervandt hat, ist uns willkommen, auch wenn er einer jüdischen Kultusgemeinde nicht angehört." Das Schlußwort erörtert die Frage „Wie steht der Verband zum Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens?" Hierin ist ausgeführt: „Wir beabsichtigen nicht, den Centralverein als solchen zu bekämpfen und bedauern es, daß der Berliner Vorstand des Vereins uns gegenüber eine feindselige Haltung zeigt, auch unsere Anregung zu einer Aussprache abgelehnt hat. Die Mitgliedschaft -in unserem Verbände ist mit der Mitgliedschaft im Centralverein durchaus vereinbar. Der Centralverein erfüllt sine wichtige Aufgabe, indem er auf der Wacht ist gegen jeden Versuch, die st a a t s b ü r g e r l i ch e n Rechte der jüdischen Deutschen zu beeinträchtigen. Wer zwischen der Satzungsbestimmung des Vereins, die von der „unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung" spricht, und den Anschauungen eines großen Teiles seiner Mitglieder klafft ein unüberbrückbarer Gegensa tz." 2. G r u n d s ä tz l i ch e S t e l l u n g d e s V o r st a n d e s des Centralvereins. Der Hauptvorstand des Centralvereins hat in der Sitzung vom 10. April folgenden Beschluß gefaßt: „Der Centralverein warnt die deutschen Juden vor dem Beitritt zur Naumannschen Gründung. Sie ist gefährlich und geeignet, Verwirrung nach außen und innen zu stiften. Sie ist überflüssig, weil das deutsche Ideal seit jeher unzweideutig im Centralverein vertreten worden ist." Grundlegend für diesen Beschluß waren folgende Gesichtspunkte: Jede Unterstützung seiner Bestrebungen würde dem