Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. 93

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 3 (März 1921)
Article
[Ohne Titel] / L. H.
Date
1921-03-01
Page
93 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
address
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316912-2316915--31859-2358456
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Verblendung. Haß vergiftet die Jugend in höherem Maße wie das Alter, das seine Erfahrungen gemacht hat. Wenn unsere Jungen und Mädchen durch Flugblätter, durch Maueranschläge, durch mündliche Verhetzung darauf hingewiesen werden, was für schlechte Menschen die Juden sind, dann ist es verständlich, wenn sie sich weigern, mit jüdischen Kindern Nachbarschaft zu halten, kameradschaftlich zu verkehren, mit ihnen zu sprechen, ja mit ihnen auf einer Bank zu sitzen. Der Schutz der Schule wird in der Regel dem jüdischen Kinde nur zögernd gewährt, er ist nicht nur schwach im Wollen, sondern auch in der Auswirkung. So kommt es, daß die nationalistische Theorie der jugendlichen Hakenkreuzler in den Köpfen der jungen Juden ab und zu folgenden Gedankengang anslöst: „Gut, wenn ihr uns fremd nennt, wir sind es. Wenn Deutsch- ,.Arr «rrsere Berliner Mitglieder. Aust unsere Aufforderung zur Zahlung des Jahresbeitrages für 1821 ist ein großer Teil Postscheckabschnitte mit den Jahresbeiträgen, aber nicht mit den Adressen der Absender eingegangen. Da es uns unmöglich ist, auch bei gewissenhaftester Nachprüfung festzustellen, um welches Mitglied es sich handelt. kann eine korrekte Vorbuchung nicht vorgenommen werden. Falls nun solche Mitglieder von uns nochmals ein Ausforderungsschreiben zum Zahlen des Jahresbeitrages erhalten, bitten wir, das nicht übelnehmen zu wollen; es handelt sich dann nur um den oben geschilderten Fall. land nicht unsere Heimat-fein will, so soll es das bleiben lassen, wir müssen uns dann als Fremdvolk betrachten. Halten wir uns an das alte jüdische Volk, dessen junger Sproß wir sind." Dieses nationalistische Gift schmeöt zuerst gar süß; der Judenfeind liefert das Opium, falsch orientierte Juden in ihrem assimilierten Nationalismus setzen aus einen Chamberlain zwei Klatzkins und liefern für' die Opiumraucher damit Pfeife und Rauchsaal. In diesem Opiumrausch lebt es sich einige Monate sehr angenehm, bis das fürchterliche Erwachen kommt. E i n Vaterland läßt sich nicht entreißen, nicht durch falsche F r e u n d e u n d r o h e F e i n d c rauben. Wehe unserer Jugend, die dieses Gift in sich ausnimmt und die Freude und den Stolz aus ihre deutsche Heimat sich stehlen läßt. Sie möge bedenken: „Du sollst auch nicht falsches Zeugnis ablegen gegen dein Vaterland." - Gerade in den schweren Tagen, die jetzt über unsere Heimat gekommen sind, müssen und iverden alle deutschen Juden bis aus den letzten Mann für das Recht ihres Vaterlandes mit heißem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.