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Im deutschen Reich · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. 92

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 3 (März 1921)
Article
[Ohne Titel] / L. H.
Date
1921-03-01
Page
92 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Im deutschen Reich Verwendung sogenannter Selbstbekenntnisse, die entweder überhaupt nicht oder in ganz anderem als dem vorgetragenen Zusammenhang geäußert worden waren. So wurde auch in einzelnen Versammlungen der b e k a n n t e B r i e f des Naturforschers Professor Einstein, den dieser an den Central- Vevein gerichtet hat, und im welchem er die Bestrebungen des Central-Bereins ablehnt, weil sie zu national-deutsch und zu wenig jüdisch orientiert seien, zürn Gegenstand der Erörterungen gemacht. Dieser Brief hat in der ösfenMchen Erörterung der jüdischen und judengegnerischen Presse in den letzten Monaten und auch bei den Wahlen eine gewisse Rolle gespielt und Anlaß zu den verschiedenartigsten Betrachtungerl je nach der Parteistellung der Bersammlungsredner und der verschiedenen Zeitungen gegeben. So hat sich z. B. die jüdisch-nationale „Wiener Morgenzeitung" veranlaßt gesehen, den Central-Verein in wenig vornehmer Weise anzugreisen und ihn wegen seines nationaldeutschen Standpunktes zu verdächtigen. Diese Angriffe würden durchdie Auffassung von Professor Einstein nicht gedeckt worden sein, wenn die „Wiener Morgenzeitung" gewußt hätte, daß Professor Einstein ohne nähere Kenntnis der Bestrebungen und -der Arbeit -des Central-Bereins seinen Brief geschrieben und keineswegs an eine Veröffentlichung, die nur durch eine Indiskretion erfolgt ist, gedacht hat. Erst nach der Veröffentlichung hat er von der Art und Weise der Tätigkeit des Central-Veveins Kenntnis erhalten und hat, wie m t t gutem Grund versichert werden kann, infolge dieser Kenntnis eine wesentlich andere Auffassung vom Werte d e r A r b ei t u n seres Central - Vereins gewonnen. Auch dieser Vorfall sollte Anlaß geben, Urteils in der Oessentlichkeit erst dann zu fällen, wenn die Sachlage einigermaßen geklärt ist. Der Central-Verein hat stets mit redlichem Bemühen seine Pflicht zu tun versucht. Es war natürlich unmöglich, vor den Wahlen in Ostpreußen jedem der Hunderte von Agitationsrednern, die jedes kleinste Bauerndorf besuchten, einen Gegenredner von unserer Seite gegenüberzustellen. Diejenigen jedoch, die zwecks Aufklärung und Beruhigung dorthin entsandt wurden, haben sich davon überzeugt, daß zwar Gefahr im Verzüge ist, daß aber der Kern des oft preußischen Volkstums, nicht durchweg verhetzt ist. Es muß hier, wie auch sonst im Reiche, der Lüge und Verleumdung in der politisch ruhigen Zeit nach Kräften entgegengewirkt werden. Für uns war im Wahlkampf die Durchführung des biblischen Gebotes Leitstern: „Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen wider -deinen Nächsten."

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