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Im deutschen Reich · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. 89

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 3 (März 1921)
Article
Die jüdisch-nationale Heimstätte in Palästina
Date
1921-03-01
Page
89 (sequence 7)
Language
German
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Die jüdisch-naNonalL Heimstätte irr Palästina losigkeit zusammen; dieser Gegensatz kann nur seine Nahrung finden Ln veralteten Kontroversen, in nachwrrkendeu Rankünen, im Streit der Vergangenheit. Empfindungen aus diesen Quellen müssen alle Juden, welcher Partei sie angehören, den Laufpaß geben. Mögen immerhin auch ältere Wunden noch nicht völlig vernarbt sein. Die Gesamtheit der Juden der Welt kann heute der Palästinafrage gegeuüberstehen, wie sie ihr gegenüberstand vor den unerfreulichen und vielfach verbitternden Auseinandersetzungen mit den Zionisten. In der Politik kann man nichts besseres tun, als neuen Verhältnissen gegenüber zu vergessen, gründlich zu vergessen. An den Palästinaaufgaben hat der Kreis meiner Freunde und ich seit einem Vierteljahrhundert gearbeitet. Diesen Aufgaben können wir uns wieder zuwenden; denn nureins hat sich geändert. An die Stelle schwankender politischer Voraussetzungen, die das türkische Regiment bot, ist die für absehbare Zeit fest begründete englische Herrschaft getreten. Daraus ergibt sich freilich für deutsche Juden noch eine besondere folgenschwere Wandlung. Der Ausgang des Weltkrieges würde eine speziell deutsche Kulturarbeit in Palästina zu einem frivolen Experiment machen. ArrtrsLMrÄschs Ba.deunh Kuvoete. Wir bitten unsere Mitglieder, bevor sie Badeorte aufsuchen, in ZweifelZfällerr über den antisemitischen Charakter eines Kurortes oder eines Hotels sich an uns Zwecks Auskunfterteilung Zu wenden. Die in früheren Jahren veröffentlichte Liste muß wegen Raummangel herausfaüen. Die Verknüpfung des jüdischen Palästina mit der Kultur der Welt kann zweckmäßigerweise heute nur durch die Angelsachsen vermittelt werden. Der Weltkrieg, der in der Gegenwart über die deutschen kolonialen Bestrebungen entschieden hat, hat die Entscheidung auch auf dem engen Gebiet des jüdischen Palästina heröeigeführt. Je vorbehaltloser wir deutsche Juden, die wir fest und mit Bewußtsein im Deutschtum wurzeln, dies anerkennen, um so zweckentsprechender und nützlicher können wir der jüdischen Bevölkerung Palästinas zu Hilfe kommen. Illusionen freilich wollen wir deutsche Juden nicht zu erregen versuchen. Die Last, für Palästina Vorsorge zu treffen, wird vor allem auf den Schultern der englischen und der amerikanischen Juden in Zukunft ruhen müssen. Deutschland und die deutschen Juden sind durch den Krieg verarmt; und ein Weiteres fällt noch schwerer ins Gewicht. Es ist mir unzweifelhaft, nach allen Nachrichten, die ich aus Rußland erhalte, daß dort — vor allem im Süden von Rußland — eine wahrhaft furchtbare Katastrophe, wie sie die Weltgeschichte selten, vielleicht niemals erlebte, über das Judentum hereingebrochen ist. Wir sind von diesem namenlosen Unglück zurzeit noch durch eine für uns undurchdringliche Mauer bewaffneter Heere getrennt;

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