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Im deutschen Reich · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. 77

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 3 (März 1921)
Article
Vom Heimatsrecht der deutschen Juden
Date
1921-03-01
Page
77 (sequence 5)
Language
German
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Vom HurnaLZrecht der deutschen Juden 77 in bischöflichen Diensten^) und einzelne, wie der gläubige fromme Priscus, gehörten sogar zum königlichen Hofstaat2*). 5. Die Frage, von wo die Juden nach Deutschland eingewandert sind, ist nicht mit voller Sicherheit zu beantworten. Ein hohes Maß von Wahrscheinlichkeit spricht aber dafür, daß sie ebenso wie die Juden in Spanien aus Süditalien eingewandert sind. Neapel war neben Tarent die größte Seestadt Unteritaliens und der Mittelpunkt des Welthandels in der späteren Kaiserzeit. Hier wie in den Ortschaften Apuliens hatte sich schon frühzeitig ein lebhaftes jüdisches Gememdeleben entwickelt^). Die Gemeinden in Oria, Bari, Otranto und Benosa waren geradezu Mittelpunkte jüdischer Geistesarbeit geworden. Die Familienchronik des Achimaaz bezeugt, daß in süditalienischen Judenfamilien ein überaus reges geistiges Leben Jahrhunderte hindurch blühte. Für eine lange Zeit war Süditalien geradezu das Mutterland der rabbinischen Gelehrsamkeit24). Nun bestand ein lebhafter Schiffsverkehr zwischen den Juden Italiens und Galliens. „Schiffe, die von Gallien nach Spanien und den Nachbarländern fahren", werden wiederholt im Talmud erwähnt23). Juden als Seeleute auf der Fahrt zwischen Italien und Gallien werden aber noch in einem Berichte aus der Zeit um 581 genannt^). Italienische Juden, die in Geschäften nach Marseille reisen, erwähnt ein Brief des Papstes Gregor 591*'). Im Jahre 598 pfändet Candidus, der defensor pairimonii per Galiias, dem sizilischen Juden Jamnus sein Schiffs). Noch bis in das neunte Jahrhundert lassen sich jüdische Schiffsreeder in diesen Gebieten Nachweisen^). So scheint der Schiffsverkehr von Süditalien aus die ersten jüdischen Niederlassungen in Gallien und von da aus in Deutschland veranlaßt zu Habens. Auch die ältesten bekannten Namen gallischer Juden lassen sich, soweit sie nicht germanischen Ursprungs sind, als süditalienische Nachweisen^). Schließlich stammten die ersten Schristgelehrten in 21) Ms Gozolas tili Dienste des Sidonius Apollinaris 472/3 in Clermont. 22) Er wird von Gregor von Tours, historia Francorum 65 und 617 am Hofe des Merowingers Chilperrch familiaris und ccnviva regis genannt. 23) Bei der Belagerung Neapels durch Belisar Verteidigten die Juden die Seeseite der Stadt. 24) Eppenstein in Monatsschrift 1911, 625 ff., 729 ff. 25) d. Jebamoth 63a, Jelammedenu (zu I. Mose 28, 12?) im Amen s. v. Gslita. 2S) Gregor, von Tour« de miraculis L 6 cap. 95. 27) Eoist. Gregor 1. 47. 2s) Das. IX. 56. 2Ö) Monach. Sangall. 2“ (SS. 2. 757). 80) Der älteste Gebetritus von Mainz und Trier stand z. B. unter fTanzösischsm Einfluß (ein Beweis des Zusammenhanges zwischen den deutschen und den französischen Gemeinden). 31) z. B. Domnolus (Doimoio) 555 in Chalons (Revue des etudes juives X 237), Mammona (Aronius Regesten 568 S. 13); Justus, Matrona und Dulciorella, die Kinder des Rarator (Paregoras), Sohnes des Sapaudus (Sebadia) (Revue des etudes juives XIX. 75) auf der Grabschrist tJo-U Narbonne von 689. Dagegen Sigerich 568 in Bourges.

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