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Im deutschen Reich · 1921-02-01 · Heft 2 (Februar 1921) · p. 54

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 2 (Februar 1921)
Article
[Ohne Titel] / L. H.
Date
1921-02-01
Page
54 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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54 Im deutschen Reich Fremdheit der Juden in Deutschland, der Neutralität der Juden in allen deutschen Belangen durchaus nicht als eine Forderung der zionistischen Partei bezeichnet werden kann. Wenn die judenfeindlichen Blätter sich vereinzelt aus Aeußerungen einzelner Zionisten berufen, tun sie der Bewegung und dem Judentum Unrecht, welches zu SB/100 mit solchen verschrobenen Anschauungen nicht das gevingste zu tun haben will. Erstrebt aber der Centralverein gegen die fortgesetzte Beschimpfung alles Jüdischen, gegen den Rassenwahn, der Tag und Markt und Menge beherrscht, ein tunlichst einheitliches Zusammenwirken aller davon Betroffenen, so nützt er dem deutschen Gedanken und würde dem Judentum schaden, wenn er trennen statt vereinen wollte. Nun zu den Oftjuden. In der erwähnten Schrift „Vom nationaldeutschen Juden" heißt es: „Dem nationaldeutschen Juden ist der Ostjude ein Fremder, und nichts als ein Fremder, er ist ihm gesühlsfremd, geistesfremd, körperlich fremd." Wenn das der Inhalt des „Nationaldeutschen Juden" wäre, so würden wir allerdings von ihm in vielen Punkten abrücken müssen. Der Centralverein bekämpft aus das nachdrücklichste seden Wucher, jede Unlauterkeit im Handel und Wandel, jede Vergiftung im öffentlichen Leben. Er wünscht, daß Träger dieser Verfallserscheinungen mit aller Schärfe des Gesetzes bestraft werden, er betrachtet jede Schonung solcher Elemente als ein unsühnbares Verbrechen gegen das deutsche Volk. Machen sich Ostsuden, welche das Gastrecht des deutschen Volkes genießen, solcher Vergehen schuldig, so sind sie als Ausländer, als Gäste, besonders zu verurteilen. Es macht dann aber keinen Unterschied, ob die Betreffenden Polen, Tschechoslowaken oder Juden sind. Mußte das Deutsche Aeich seine Grenzengegen Ausländer sperren, weil es die Ausländer nicht mehr unterbringen kann — und es hat sie gesperrt — so war gegen eine solche Sperrung der Grenzen nichts einzv.wenden. Wenn das Wohnungs- und Ernährungswesen eine Zuwanderung unmöglich macht, so muß die Sperrung allen Ausländern gegenüber gleichmäßig gehaudhabt werden, sie ist aber schimpflich, wenn sie nur gegen die Ostsuden angewandt Noird. Wobei zu bemerken ist, daß es unter den Ostjuden eine Reihe tüchtiger, fleißiger Arbeiter gibt, die man in der Allgemeinheit nicht kennt und kennen will. Ferner: Biele von denen, die jetzt nicht genug gegen die Ostjuden Hetzen können, vergessen, daß im Mittelalter ein Teil derer, die heute als Ostjuden zurückkehren, aus Deutschland nach dem Osten vertrieben wurden, dort für deutsche Sprache und Kultur im zähen Kampfe zu

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