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Im deutschen Reich · 1921-02-01 · Heft 2 (Februar 1921) · p. 55

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 2 (Februar 1921)
Article
[Ohne Titel] / L. H.
Date
1921-02-01
Page
55 (sequence 7)
Language
German
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Jüdische Rundschau 55 wirken gewohnt gewesen sind und mehr für den deutschen Namen getan haben, al.s mancher jüdische und antisemitische Schreier. Es liegt ferner im deutschen Interesse, diejenigen der Ostjuden, welche nach Deutschland während des Krieges auf Wunsch und leisen Zwang der deutschen Obersten Heeresleitung auswanderten, um in der Munitionsindustriezu arbeiten, nicht den Polen ausgeliefert werden, weil eine solche Handlung den deutschen Namen schänden würde, und es liegt endlich im deutschen Interesse, solche Elemente, die arbeitswillig und arbeitsfähig sind und eingeborenen deutschen Arbeitern die Arbeit nicht wegnehmen, zum Wiederaufbau des Wirtschaftslebens zu verwenden. Wenn darum die Stellung zur Einheitsfront und zum Ostjudentum -das Schiboleth für den Begriff des nationaldeutschen Juden nach der neuesten Formel sein soll, so lehnen wir diesen Begriff ab und bleiben bei derst alten Satzungsbegriff des Centralvereins, welcher von feinen Anhängern die unbeirrte Pflege deutscher Gesinnung fordert. L. H. Jüdische Rundschau. Martyrium der Juden in der Ukraine — Das gastfreundliche Rumänien -^Rechtfertigung der Pogrome — Anrufung de3 Völkerbundes — Das ungarische Vorbild — Nach berühmten Mustern — Blick in die Zukunft — Zerronnene Hoffnungen. Die gesegnete ll Ixai n e hat sich für die Juden iit eilte wahre Hölle verwandelt. Es ist wohl übertrieben, wenn rnan die Opfer der dort seit drei Jahren wütenden Pogrome auf eine halbe Million schätzt. Das wäre ungefähr der sechste Teil der dortigen jüdischen Gefamtbevölkerung. Wir wollen hoffen, daß dies eine Uebertreiöung ist. Indessen wurde im Frühjahr 1920 die Zahl der Hingeschlachteten allein — also von den Verwundeten und Verstümmelten abgesehen — aus Hunde r t a ch t u n d d r e i ß i g t a u s e n d angegeben. Die Einzelheiten sind so grauenhaft, datz die Feder sich sträubt, sie auch nur zum Teil wiederzugeben. Die Soldaten aller Armeen, die von der Ukraine nacheinander Besitz nahmen, haben an den Juden ihre Mordlust und Raubgier befriedigt. Sobald eine Armee weichen mutzte, mordete sie die Juden; die an ihre Stelle einrückende Armee mordete die Juden. Ein Beispiel: Gegen Ende Mai 1919 wurden in einem kleinen Städtchen bei Pinsk einige marodierende Soldaten der aus der Umgegend soeben abgezogenen roten Armee von Juden und Bauern entwaffnet. Bald darauf rückte die rote Armee in das Städtchen wieder ein, und nun war ihr erstes Wert, alle Juden zusammenzunehmen und Gericht über sie zu halten. „Alle Juden sind Gegenrevolutionüre," lautete das Schlagwort. Man verlangte von ihnen, sie sollten die '„Verbrecher", die die paar roten Plünderer gemeinsam mit den Bauern entwaffnet hatten, freiwillig herausgeben. Da sie sich beharrlich weigerten, wurden sämtliche erwachsenen Juden gefesselt ins freie Feld hinausgeführt, wo sie erschossen werden sollten. Einige Knaben, die herbeigelausen waren, bezeichneten jedoch die „Schuldigen", welche denn auch erschossen wurden, wahrend die anderen verschont blieben. Damit war jedoch die Sache nicht zu Ende, denn bald darauf verbanden sich die Bauern, die sich kurz zuvor im Verein mit den Juden des „Verbrechens" der Entwaffnung von Rotgardisten schuldig gemacht hatten, mit Marlyriu::' der Juden; r tcr Htraint

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