Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1921)
- Article
- [Ohne Titel] / L. H.
- Date
- 1921-02-01
- Page
- 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2316602-2316912-2316914--31777-2358359- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,“1 tschau glscher Seite der außerordentliche Wert ihrer Ausführungen bestätigt worden ist. Solche widerlichen Katzbalgereien erlebt man jetzt täglich. Trotzdem rechtsstehende Männer, wie Herr von Gierte, vr.' Ulr.ich Kührstedt und auch weibliche führende Angehörige der Deutschnationalen Volksstartei, wie Fräulein i>r. Dora Menadier und Frau Margarete Behui aus das Unwissenschaftliche und Falsche dieser auf die ZusaMmensetzuug des Blutes zurückgehenden Auffassung hingewiesen haben, wird sich solange an den Dingen nichts ändern, als nicht -durch weiteste Aufklärung in natnrwisseüschastlicher und soziologischer Hinsicht der ganze Unfug, der mit der sogenannten Blutzusammensetzung getrieben wird, ra den weitesten Kreisen erkannt wird. Eine erfreuliche Folge ist nur, daß das T a u sind e n t u M seine. Hoffnungen begraben - sieht. Diejenigen, ivelche durch eigenen Uebertritt oder Len ihrer Knder ihre jüdische Abstammung zu verleugnen suchen, erleben schlimme Zeiten. So hat auch diese trübe Erscheinung in unserem öffentlichen Leben eine, wenn auchbescheidene, reinigende Gnade. V' NaLisnÄgesühl. Im Zusammenhang mit der UbstsMMuugsschnnfselch steht, wie selbst anläßlich der Feier de r Reich s grnndnng wieder beobachtet Werden konnte, der Mißbrauche des Wortes „national". Es muß daran erinnert Werden, daß gerade ein großer Teil der Borfahren derer, welche jetzt nicht genug über die Bedeutung der Reichsgrüudung 1871 schreiben und sprechen können, -das -Streben nach Begründung eines deutschen Kaiserreichs.als ein staatsfeindliches, also antinationales Vorgehen bezeichnet haben. Wer die Nummern der „Kreuzzeitung" aus dem Anfänge der 69er Jahre liest, wer in den altbayerischen Blättern derselben Zeit die interesianten Leitauffätze und den sogenannten Vrief-Franzel verfolgt, sieht den ärgsten Umstürzl er und Verneiner der wahr«n v öIki s ch e n E i g e u a r t, wie sie damals aufgesaßt wurde, in den Berfech tern d e s Rei ch sgedanken s. Man kann nicht oft genug wiederholen, daß der Dichter des deutschenVolksliedes „Deutschland, Deutschland über alles", das jetzt im Gegensatz zu seinem Sinn und Geist wie das Hakenkreuz zum Symbol des Judenhasses gestempelt wird, den Zeitgenossen als ein arger Revolutionär erschienen ist. Jetzt wurde es bei den Reichsg-ründungsseiern, die von den Deutschvölkischen und auch -zum Teil von den Derckschuationalen abgehalten wurden, immer so dargesteltt, als wenn das Reich gegen d en Wi -