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Im deutschen Reich · 1921-02-01 · Heft 2 (Februar 1921) · p. 50

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 2 (Februar 1921)
Article
[Ohne Titel] / L. H.
Date
1921-02-01
Page
50 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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50 Im deutschen Reich hört, erhebliche Zweifel entstanden. Deshalb hat man, um „eine bewußt deutsche Aristokratie" zu schaffen, das „Eiseine B u ch d e u t s che n Adels deutscher A r t" herausgegeben, das sich nur dem öffnet, der für sich, oder falls er verheiratet ist, gleichzeitig für seine Frau das schriftliche Bekenntnis abgeben und durch die nötigen Belege erhärten kann, daß er „von semitischem und farbigem Bluteinschlag frei ist". Der Adelstag hatte bereits im Juni 1920 beschlossen, der „Deutschen Adelsgemeinschaft" dürfe niemand angehören, welcher im Mannesstamm von Juden abstamme, ebenso niemand, der mehr als 25 Prozent Judenolut in seinen Adern habe. Auf den inneren geistigen Zusammenhang dieses Beschlusses mit den Beschlüssen der Deutschen Burs ch e n s ch a f t und der Deutschen Turnerschast in gleicher Richtung ist noch nicht oft' genug hingewiesen worden. Es muß aber die Oeffentlichkeit über diese Dinge etwas mehr aufgeklärt werden, weil nur dadurch die Komödie genügend klargeftellt wird, welche man mit der sogenannten Blutssrage jetzt überall aufzuführen versucht. Wer hat 2-5 Prozent Judenblut in sich? Wie wird es gemessen? Wie steht es in folgendem Falle: Bereits der Großvater eines Menschen ist zum Christentum übergetreten, erlebte in Ehe mit' einer reinen Germanin, die aus dieser Ehe entspringenden Kinder sind wiederum mit reinen Germanen vermählt gewesen. Sind deren Kinder nun als deutsch anzusprechen? Offenbar nein, denn der Fall ist neulich praktisch geworden und scheint zu einem vollen Siege der „Reinblütigkeit" in der Presse der deutschnationalen Volkspartm geführt zu haben. Ein Fräulein Dr. Herzfeld hatte in einer evangelischen Kirche einen B o r t r a g ü b e r S i t t l i ch k e i t gehalten. Aus dem Namen und angeblich aus dem Aussehen schöpften jüdengegnerische Zuhörer den Verdacht, es handle sich um eine Jüdin, und es kam zu scharfen Auftritten. Die deutschvölkische Presse behandelte die Angelegenheit in ihrem Sinne, mußte es sich aber gefallen lassen, daß eine ganze Reihe von Berichtigungen erschienen, in welchen nachgewiesen wurde, daß die Dame Tochter christlich geborener Eltern, daß aber angeblich ihr Großvater väterlicherseits ein zum Christentum übergetretener Jude gewesen sei. Aber schon dieser Großvater soll eine christliche Mutter gehabt haben. Die „Kr e'uz z e i t u ng" macht es sich bequem und schreibt, daß trotzdem Fräulein Dr. Herzseid mit Rücksicht aus ihre Herkunft und den Ort, an dem sie sprach, sich taktvollerweise mehr Zurückhaltung hätte auserlegen müssen, obwohl von namhafter evangelisch-theolo-'

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