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Im deutschen Reich · 1921-02-01 · Heft 2 (Februar 1921) · p. 39

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 2 (Februar 1921)
Article
Die Juden in der medizinischen Wissenschaft Deutschlands
Date
1921-02-01
Page
39 (sequence 3)
Language
German
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Die Juden in der medizinischen Wissenschaft Deutschlands 39 Die Vielseitigkeit Henles bezeugt schon' sein Leben. Zuerst treffen wir ihn als Pathologen in Berlin, dann als Anatomen in Zürich und später als Physiologen, zuletzt wieder als Anatomen in Heidelberg und Göttingen. Neben feinen großen Werken, wie z. B. dem dreibändigen „Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen", „Handatlas" usw., zeigt die „Zoologische Beschreibung der Haifische und Rochen", „Das Wachstum des menschlichen Nagels und des Pferdehufs" u. a. die Vielseitigkeit des Mannes, der auch als wissenschaftlicher Begründer der rationellen Pathologie (Neuropathologie) befruchtend auf die praktische Medizin, auf die Auswirkung der Heilkunst selbst einwirkte. Das schwierigste Kapitel der menschlichen Lebensvorgänge, den Ablauf der Seelentätigkeit, das Eingreifen der geistigen Vorstellungen in materielle Prozesse, kurz die Funktionen des Gehirns zu erfassen, hat zahlreiche jüdische Physiologen gelockt. Munk war der erfolgreichste der Forscher, aber auch Edinger, Sachs, Kronthal u. a. haben untere Vorstellung erheblich befruchtet. Und manches, was von den Neurologen, von Rernak^), Romberg, Oppenheim, Mendel u. a. gesunden wurde, bereicherte die physiologischen oder die anatomischen und pathologischen Kenntnisse dieses wichtigen menschlichen Organs. Lichtheim in Königsberg hat die Gesetze der Wortstummheit gefunden, einige Arbeiten Weigerts und Zuckerkandls berührten ähnliche Fragen, während RudolfHeidenhain (es gab deren drei bekannte Forscher), Zuntz und Rosenthal die Muskeltätigkeit, die Verbrennung im Tierkörper u. ^beobachteten, Stricker die Diavedesis der Zellteilung und die Histologie der Hornhaut beschrieb und die anästhetisierende Wirrung des Kokain entdeckte. — Die -Erinnerung an einer: großen Kliniker hat doch eine Universitätsstadt dankbar gepflegt. Erlangen hat dem Internisten Or. Koppel Herz ein Denkmal errichtet. Aehnliches geschah wohl, auch dem ehemaligen Assistenten Rombergs und späteren Direktor der Berliner Kinderklinik, Professor Eduard Henoch, der aber wie viele andere aus Karriererücksichten die Taufe. genommen hatte. Wer aber wie Senator Jude blieb, mutzte viele Zurücksetzungen über sich ergehen lassen. Die Bedeutung Senators liegt in der: Untersuchungen der Nierenleiden und der Zuckerkrankheit, die später der - Göttinger Therapeut Ebstein und der Breslauer Minkowski (durch die bekannte Bauchspeichel-Theorie) aufzuhellen suchten G Das besondere Verdienst Remaks besteht in der Einführung des konstanten elektrischen Stroms in die Behandlung der Nervenkrankheiten. Die Elektrisierung gelähmter Muskeln und Nerven erfolgte zu einer Zeit, da Moritz Heinrich" Romberg mit seinem „Lehrbuch der Nervenkrankheiten" die Behandlung dieser Leiden eingeleitet hatte. Mit Recht hatte auch Nomberg die ordentliche Professur der speziellen Pathologie und Therapie, da er die wissenschaftliche Behandlung der Nervenkrankheiten in Deutschland u. a. mit seinem Lehrbuch der Nervenkrankheiten begründet hat. Gr erweiterte die Grundlagen der Diagnosen und vereinfachte und präzisierte die Heilmittel. **) Hier sei ferner an SalkorvZky, den Harnexperten, erinnert.

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