Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1921)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 15 (sequence 2)
- Language
- German
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Zei tschau 15 Hier haben wir den Grnnd des Kampfes, der in jenem Beschluß der Burschenschaften und der katholischen Verbindungen noch scharfer zum Ausdruck kommt: nicht andersgeartet sollen wir sein, sondern schlechtergeartet. Der jüdische Bildhauer, der eine Statue entworfen hat, die der: Schmerz des Volkes um seine im Kriege gefallenen Brüder und Söhne oersinnbildlichen soll, gehört der Welt an, die mit dem deutschen Volke nichts gemein haben soll. Wie kann er empfinden, was deutsche Herzen fühlen, in die der Krieg Wunden gerissen hat? Wie kann er es wagen, diesem Schmerz durch sein künstlerisches Schaffen Ausdruck Zu geben? (Das Herz der jüdischen Mutter, die ihren Sohn dahingegeben hat, sieht offenbar anders aus als das Herz der nichtjüdischen Frau, die am Grabe ihres Kindes weint!) So aber heißt es nicht nur hier, sondern aller» wärts: das geistige Leben des deutschen Volkes muß rein werden von jüdischem Einfiuß. Nichts Jüdisches darf in ihm bleiben, nicht darf die Presse, nicht darf die Wissenschaft, nicht darf die. Kunst mit Juden in Berührmlg bleiben, wenn sie deutsche Presse, deutsche Wissenschaft und deutsche Kunst heißen soll. Vollkommener Ausschluß aller Juden nom geistigen Leben des Volkes, das ist der Weg, den die Gegner gehen. Herr Kunze will als letztes Mittel irn Karnpse das „Deutsche Witzblatt" herausgeben. Während des Krieges hat man mitunter es empfunden, als ob durch all das Heulen und Toben der Geschütze eine gellende Lache hindurchgetönt hätte, als ob irgendeine Kraft in. der Welt in hohnlachender Verzweiflung sich über das Morden, sich über das Vernichten-hinweggehoben hätte. Solch eine Lache möchte man hören, eine Lache, die einem noch auf Jahre hinaus in den Ohren gellt, wenn man dieses Schlachtfeld überblickt, aus dem nun auch noch dieses Geschütz ausgestellt wird. Sprossende Saaten aus einem Boden, der jahrelang nur mit Blut und mit Tränen und mit Kummer gedüngt worden ist, wollen aufschießen, schon aber werden sie aufs neue niedergetreten. Das ist das Werk der Judengegner, die ein Volk, das aus der Not hochzukommen sucht, in neues Elend zurückbringen wollen. Unzählige Summen, unzählige Kräfte werden zu diesem scheußlichen Beginnen aufgebraucht. Und nur deshalb erwähnten wir diese Absicht eines der dunkelsten Vertreter der antisemitischen Agitation, um zu zeigen, welche Mittel angewendet werden. Grund, Weg und Mittel! Sieht man nun, wie umfassend der Plan angelegt ist, der gegen uns im Vermchtungskampf verwirklicht werden soll! Und das Ziel? Soeben erscheint in der „Deutschen Zeitung" ein Artikel, der betitelt ist „Der Centralverein d.S. j.G." Wir sind über die liebevolle Aufmerksamkeit,' die man uns