Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1921)
- Article
- Zwei "kräftige Irrtümer" im Antisemitismus und Alldeutschtum
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 3 (sequence 3)
- Language
- German
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3n>ei „kräftige Qxrtümcr" im Antisemitismus und Alldeutsch tum 3 eine stärkere Transpiration, durch welche die Negerhaut beständig feucht erhaltenwird, was auch die Wärrnelast des heißen Klimas vermindert. Aus der zweifellosen Schutzwiriung des Pigments läßt sich also die Entstehung der dunklen Rasse leicht erklären, zumal dabei auch die Wirkung von Anpassung und Auslese berücksichtigt werden muß. Denn z. B. die dem Lichte stets entzogene Fußsohle ist sogar bei beit dunkelsten Rassen stets hell. Ferner die helleren Indianer der Waldgegenden werden in der Steppe, wo sie natürlich schutzlos der Sonnenwirkung ausgesetzt sind, in wenigen Jahren dunkelbraun, und der Fall, daß Europäer die Negerfarbe annahmen, ist mehrfach und gut bezeugt). Also die freilich erklärbaren Verschiedenheiten der Kaukasier, Mongolen, Indianer, Malaien und Neger scheiden die Menschheit in verschiedene Rassen, wie z. B. die schwarze Hautfarbe Zusammen mit den wulstigen Lippen und dem Vorspringen der Munopartie den formalen Charakter der Regerrasse bildet. Aber verkehrt ist es, innerhalb dieser Rassen noch einmal Nrchwor- „R affe n" zunächst nach der Verschiedenheit der händenfepu Sprache trennen zu wollen. deren ger- Denn erste n s haben wir die Tatsache vor uns, daß die ^RLsfe.^ Glieder anerkannter Menschenrassen doch mehrere ganz verschiedene Sprachen besitzen. Oder sprechen etwa die Neger nur eine Sprache? Nein, ihre drei Hauptabteilungen (die eigentlichen Neger im Sudan usw., die Hottentotten und die Kaffern) haben wesentlich verschiedene Sprachen. Ferner bei der hauptsächlich indianischen Urbevölkerung Amerikas zählte man sogar hundert Gruppen von Sprachen, die wieder in etwa tausend einzelne Sprachen und Dialekte zerfielen. Die also sestgeftellte Tatsache, daß innerhalb derselben Menschenrasse verschiedene Sprachen auftreten, läßt sich zweitens auch auf mehrfache Weise erklären. Einerseits sehen wir ja noch heute, wie Gebirge oder ausgedehnte Wälder bei den von ihnen getrennten Volksteilen verschiedene Sprachen entstehen lassen, und andererseits ist Sprachenwechsel eine in der Geschichte überaus häufige Kulturerscheinung. Denn, um hier nur einige unstreitige Tatsachen in Erinnerung zu bringen, so haben viele germanische Völkerschaften, wie z. B. die Vandalen, Westgoten, Langobarden und Franken nach ihrem Einmarsch in das Gebiet der lateinischen Sprache sich in bezug aus die Sprache romanisiert. Wie verkehrt also ist es, von germanischer oder slawischer oder semitischer „Rasse" zu sprechen! Sie gehören ja alle zu den Kaukasiern und unterscheiden sich nur durch die Verschiedenheit der Sprachen, die nicht einmal ganz absolut ist, weil sich zwischen den indogermanischen Sprachen (Sanskrit, Persisch, Griechisch/ Lateins Vgl. besonders Waitz, Anthropologie der Naturvölker I, S. 51. Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!