Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-12-01
- Page
- 374 (sequence 3)
- Language
- German
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374 Im demjchen Reich Lums, die für ihn das durchaus Natürliche und innerlich Gegebene ist, beeinflußt nicht etwa das Bekenntnis zum Judentum. „Die Stellung zum Deutschtum, die sich für den nationaldeutschen Juden ergibt, bestimmt auch seine Stellung zum Judentum. Vor allem, er bekennt sich zu seiner Abstammung und schämt sich ihrer nicht- Innerlich frei, wie er ist, weiß er wohl, daß es die gleichlaufende Entwicklung der Gesühlsrichtung ist, die die Menschen zur Nation zusammenschweißt, nicht der Zufall gemeinsamer Abstammung. Aber er weiß auch, daß das tzefühls-, mäßige Zusammenwachsen mit einer Nation, deren Mehrheit aus anderem Stamme ist,' nicht das Verleugnen der eigenen Abstammung, die Unterdrückung der. eigenen Stammesart bedingt." Genau so ist die Stellung, die wir selbst diesen Dingen gegenüber einnehmen, und so ist sie auch mit besonderer Deutlichkeit und Klarheit in dem ebenerwähnten Buche von Eugen Fuchs dargestellt. Recht interessant ist es, wie Naumann in seinem Artikel die „Zwischenschichtler" charakterisiert. Man kann es nicht leugnen, daß vieles von dem, was er über sie sagt, richtig ist. Unter „Zwischenschichtlern" versteht er die, die den Weg zum nationaldeutschen Juden gehen wollten, Aber vor allen Schwierigkeiten das Ziel nicht erreichen konnten. „Widerstände hemmten sie, drängten sie rechts und links aus der Bahn, lähmten ihre Kraft und . brachten sie ins Schwanken, so daß aus dem freien, aufrechten Ausschreiten ein müdes, gebücktes Schleichen wurde." Das Dominierende bei den Menschen der.Zwischenschicht sei die Rücksicht aus den Antisemitismus, in dessen Abwehr sie erstarrt seien. Wie man ihnen gegenüber verallgemeinere, so verallgemeinerten sie gegenüber den Antisemiten. In den eigenen Reihen hüte man sich jedoch ängstlich davor, nur keinen Mißstand aufdecken zu lassen. Demgegenüber sei der wahre nationaldeutsche Jude sich seines Gegners voll bewußt und denke nicht im entferntesten daran, einen kleinlichen, würdelosen Kampf zu führen. Auch hierin pflichten wir dem Verfasser bei. Wir haben es offen genug zum Ausdruck gebracht — deshalb kann uns der Vorwurf, den der Verfasser gegen „gewisse Preßorgane der Zwischenschicht und Abwehrvereins" erhebt, nicht treffen —, daß wir uns wohl davor hüten müßten, innerhalb der Antisemiten irgendwie zu verallgemeinern, daß wir nicht daran denken, Fehler, die wir besitzen, zuzudecken, und daß wir uns vor einer Erschöpfung des Kampfes in einer kleinlichen und letzten Endes erfolglosen Plänkelei hüten müssen. Allerdings darf etwas hierbei nicht übersehen werden. Die immerwährende Wucht der gegnerischen Argumente bringt es zuwege, daß nervöse Elemente — und wo gibt es heute solche