Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-12-01
- Page
- 373 (sequence 2)
- Language
- German
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, ZMschau 373 In diesem Sinne begrüßen wir zwei Veröffentlichungen, die letzthin in der „Kölnischen Zeitung", einem immerhin führenden Organ, das im allgemeinen nicht zu der vermeintlichen „jüdischen Presse" gezählt wird, abgedruckt waren. Die eine Arbeit von Professor Niebergall war mehr referierender Art, indem sie eine Reihe Literaturerscheinungen innerhalb des Judentums beleuchtete. Auch dieses ist jedoch nicht ohne Bedeutung, denn an der Literatur erkennt man die Seele einer Gemeinschaft, in den Geisteserzeugniffen spiegelt sich ihr Leben. Und es ist auch das in unseren Tagen des allmächtigen Judenhasses von Wert, daß lediglich einmal die Tatsache registriert wird, daß aus dem Schoße des Judentums, angeregt durch die Bewegtheit jüdischen Lebens, eine wesentliche Literatur hervorgegangen ist, die für jeden, der sehen will, den Spiegel dieses jüdischen Lebens darstellt. Für uns war es eine besondere Genugtuung, daß das Werk unseres Führers Eugen Fuchs „Um Deutschtum und Judentum" hier als das bezeichnet wurde, was es in Wahrheit ist: als die programmatische Tat eines Mannes, dessen Anschauung führend für einen großen und den größten Teil der deutschen Juden ist. Gerade zu einer Zeit, zu der das Wort von der Fremdheit der deutschen Juden innerhalb des Deutschen Reiches zu einem der bestbenutzten politischen Schlagworte geworden ist, ist die Hervorhebung eines Werkes, das die gegensätzliche Auffassung der deutschen Juden selbst dartut, von erheblicher Bedeutung. Aus ganz dem gleichen Grunde begrüßen wir eine Veröffentlichung in demselben Blatte, die sich in ausführlicher Darstellung ebenfalls mit dem Problem der Stellung der deutschen Juden zum Deutschtum befaßt. In zwei Aufsätzen läßt sich Dr. Naumann über den „nationaldeutschen Juden" aus- Für uns, die wir unsere ganze Arbeit auf der Grundlage verrichten, daß wir jüdische Deutsche sind, enthält der Inhalt dieses Aufsatzes nichts, was wir nicht schon, wüßten; aber für die, die die Lösung dieses Problems nicht kennen und nicht kennen wollen, mag er ganz nützliche Lehren enthalten. Offenbar scheint auch der Verfasser der irrigen Auffassung zu sein, gänzlich neue Ideen vorzutragen. Er setzt sich zunächst mit den in dieser Materie eine Rolle spielenden Problemen „Religion und Rasse" auseinander und kommt dann zu einer Schichtung der Juden in drei Kategorien, die er als die Zionisten, als die Nationaldeutschen und als die Zwischenschichtler bezeichnet. Treffend und durchaus im Einklang mit unserer Auffassung ist die Charakterisierung des nationaldeutschsn Juden, den er a.ls einen innerlich starken und freien Menschen darstellt, der stolz und bewußt, bewußt seiner Vergangenheit und bewußt seiner Gegenwart, seinen Weg geht. Seine Bejahung des Deutsch-