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Im deutschen Reich · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. 342

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 11 (November 1920)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1920-11-01
Page
342 (sequence 3)
Language
German
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Im deutschen Ne:ch Entente hielt und die gegnerische Partei, welche Polen mit den Zentralmächten vereint wissen wollte, aufs bitterste befehdete. Der Verfasser sah in der Phantasie die Versprechungen der Entente, ein großmächtiges Polenreich in - ehemaliger Glorie wiederherzustellen, schon. verwirklicht. Dieses Polen beherbergte ungefähr 5 bis ol/2 Millionen Juden und nun sollte die Frage dieser Juden „gelöst" werden. Die Lösung war sehr einfach gedacht, Polen mußte judenrein werden. Alle die Millionen Juden im alten und im neuen Polen mußten einfach zum Lande hinaus. Die polnische Nationaldemokratie akzeptierte vollkommen das von den Entente-Staatsmännern gutgeheißene Zionistische Programm: Ein nationales Heim in Palästina und nationale Autonomie im Golus. Im Golus, d. h. also in diesem Falle in Polen, wird die jüdische Gemeinschaft als gesonderte 'Nationalität eingerichtet, mit hebräischer Sonderschule und allem anderen Zubehör, was in den Juden die Liebe und die Sehnsucht nach dem Heiligen Lande-wach erhalten soll. Diese Liebe und Sehnsucht wird aber auch noch viel wirksamer wach erhalten'durch die Gesetzgebung und Wirtschaftspolitik in Polen, die darauf hmarbeitet, sämtliche Juden auf unblutigem Wege zum Lande hinauszudrängerw „Das ist eine so dringende, unbeugsame Notwendigkeit, daß die scharfsinnigsten europäischen Staatsmänner, wie Lloyd George, und der Präsident Wilson Mm artbere Lösung der Judensrags sehen, als die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina, das heißt die Reduzierung der Zahl de? Juden in Polen. Präsident Wilson versprachden jüdischen Repräsentanten, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen, die die Schaffung eines Judenstaates erstrebt. Die zionistische Bewegung greift rasch um sich, und sobald Jerusalem endgültig den Engländern gehört, wird diese Bewegung unter den jüdischenMassen in Heller Flamme auflodern. Die große Hoffnung Polens,dermaleinst ein innerlich starkes, homogenes Ratio nalreich äufzurichten, das Vaterland in der einstigen Macht und Glorie Wiedererstehen zu lassen, muß sich auf die zionistische Bewegung stützen, auf die Idee, das Land von den semitischen Massen Zu befreien. Die jüdischen Angelegenheiten im künftigen Palen sollen von einer besonderen Regierungskommission geleitet werben, welche ein klar bestimmtes Ziel vor Augen hat: nämlich die systematische Emigration der Juden aus Polen ins Werk zu setzen und stetig Zu erhalten, indem sowohl in Polen als auch in Palästina die hebräische Kultur unterstüHL und gefördert wird... Das Riesenwerk der Befreiung Polens von den Semiten muß in Angriff genommen und zu Ende geführt werden. Die Zahl der Juden in Polen muß systematisch Jahr für Jahr verkleinert werden, die ganze Energie der Nation muß auf dieses Ziel gerichtet sein. .. Ein bestimmter Zeitraum muß festgesetzt werden, und wären es auch 160 Jahre, jedes Jahr muß sich die Zahl der Juden verringern, wenigstens um den natürlichen Zuwachs und um ein weiteres Hundertstel der gegenwärtigen Bevölkerungszahl. Sollte Palästina nicht imstande sein, so viele Juden zu ernähren, so muß man für sie Kolonien schaffen in Uganda, in Sibirien oder sonstwo ... Gleich wie wir 150 Jahre lang unerschütterlich geglaubt haben, daß Polen wieder auferstehen wird, so müssen und werden wir auch jetzt unerschütterlich daran festhalten, daß ein jüdisches Staatswefen entstehen muß, und daß die polnische Nation dermaleinst von der fremden Rasse befreit werden wird, die sie mit Unglück und Vernichtung bedroht.... Polen wird im Handel und in der Industrie Reformen einführen, die die Wirkung haben werden, daß sie, ohne die Gleichberechtigung der Juden anzu- Lasten, sie gleichwohl mit der ganzen Wucht treffen und ihnen nicht erlauben werden, den nationalen Besitz in ihren Händen zusammenzuhäufen. Je mehr der Staat die Produktionsmittel"^ die Hand nehmer

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