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Im deutschen Reich · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. 338

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 11 (November 1920)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1920-11-01
Page
338 (sequence 4)
Language
German
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833 Jrn deutschen Reich gänzlich erlogen, so doch jedenfalls stets maßlos übertrieben. Aber man erreicht offenbar den erstrebten Zweck. Das Bewußtsein, auch außerhalb der Grenzen des Reiches Gesinnungsgenossen zu haben, stärkt die Kraft der eigenen Ueberzeugung und läßt das deutschvölkische Herz höher schlagen. Die internationale Liga der national-völkischen Antisemiten dürste demnach bald geschlossen sein! Die Antisemiten schimpfen uns international. Andersdenkende unter den Juden sagen von uns, daß wir wenn auch nicht gerade deutschvölkisch, so doch zum mindesten zu'stark nationaldeutsch empfänden. Eine sonderbare Welt, in der wir uns zu bewegen das Vergnügen haben! Die Reinheit der Mittel, die unsere Gegner uns gegenüber anzuwenden belieben, sei einmal an einem besonders charakteristischen Beispiel beleuchtet: Es erscheint da vor einigen Monaten eine kleine Schrift, die sich betitelt: „Die siegreiche Weltanschauung und wir Juden", als deren Verfasser ein Or. Siegfried Pentha-Tull zeichnet. Diese Schrift ist so gehalten, als ob sie von einem Juden versaßt sei, ihr Ziel soll die Verherrlichung des angeblichen Weltherrschaftsprinzips des Judentums sein. „Es gibt nichts mehr, das uns die neuen Mittel der Herrschaft noch entreißen könnte. Das Geld und die Ueberredungsgabe in der Hand vorurteilsloser und vielberechneter Klugheit'... Dann wird zuletzt ein einziges, auf die illufionslose Weltanschauung aufgebautes Reich alle Völker umspannen und die Erhebung bei uns Juden in einem höheren Sinne, als unsere bedrückten Vorfahren hofften, in Erfüllung gehen. Unser Geist wird über alle Völker herrschen", so schließt jene Broschüre. An ihrem Pathos berauschten sich die Jünger des Antisemitismus; sie glaubten, ihne'n sei ein neues Evangelium verkündet, wiederum aus dem Munde eines Juden, die Wahrheit und die Richtigkeit ihrer Worte sei authentisch bestätigt. Die Leiborgane d.er Judengegner, die „Deutsche Zeitung" und die „Deutsche Tageszeitung", verherrlichen in Hymnen sondergleichen diesen Pentha- Tull, Von dem Buch sagt Reventlow in der „Deutschen Tageszeitüng", daß sein Grundgedanke mit dem der „Weisen von Zion" übereinstimme. Noch schärfer und rücksichtsloser drückt die „Deutsche Zeitung" ihre Begeisterung aus. Was stellt sich nun aber heraus? Jener Pentha-Tull, jener jüdische Verkünder der jüdischen Weltherrschaft, ist ein nichtjüdischer Baurat Hans Schliepmann, Berlin. Also ein Schwindel gröbster und plumpster Art. Die edle Gesinnung der Gegner wird noch besonders grell dadurch beleuchtet, daß dieser Herr Schliepmann zur gleichen Zeit in der „Deutschen

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