Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 11 (November 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-11-01
- Page
- 337 (sequence 3)
- Language
- German
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Zeitschau 337 der Selbsthilfe. — „Nicht eine Selbsthilfe, die zu Pogromen greift, sondern eine solche, die sich zielbewußt und planmäßig vom jüdischen Einfluß löst, die das politische, wirtschaftliche und geistige Leben unseres Volkes von der heute auf ihm lastenden Fremdherrschaft befreit. Das deutsche Volk muß sich zusammenschließen und politisch, geistig und wirtschaftlich jede Gemeinschaft mit dem Judentum ablehnen. Wenn es nur noch Männer reinen deutschen Blutes in Volks- und Gemeindevertretungen entsendet, wenn es keine Bücher und Zeitungen mehr liest, die von Juden geschrieben und von jüdischem Geist erfüllt sind, wenn es aufhört, jüdische Geschästsbeziehungen zu pflegen und in jüdischen Läden zu kaufen, wenn es den Juden jeden gesellschaftlichen Verkehr verweigert und seine Söhne und Töchter lehrt, daß Geschlechtsgemeinschaft mit Jüdinnen und Juden ein Verbrechen am eigenen Blut ist, dann wird es die jüdische Gefahr aus sich selbst heraus überwinden." Das ist — und darüber muß man sich vollkommen klar sein — der Weg, den zielbewußt die Gegner gehen. Um aber das Ziel zu erreichen, ist kein Mittel zu schade, selbst wenn es sonst mit den am lautesten verkündeten Grundsätzen der eigenen Partei in Widerspruch steht. Niemand brüstet sich doch, nationaler zu sein, als die, die auf ihre Fahne den Kamps gegen das Jüdische geschrieben haben. Niemand'schimpft mehr über die angeblich internationale Gesinnung und die internationalen Beziehungen der Juden als gerade die, die sich um die „Deutsche Zeitung" und die „Deutschvölkischen Blätter" und ähnliche Organe scharen. Nun ist es lieblich anzusehen, wie schnell diese nationale Maske vom Gesicht fällt, wenn es sich darum handelt, internationale Beziehungen zum Kampf gegen die Juden anzuknüpfen. Krampfhaft bemüht sich gerade das Organ des Herrn Wulle, in außerdeutschen Ländern Sympathien für seinLiebeswerk zu finden. Jede antisemitische Regung im Ausland, selbst in dem sonst so verhaßten England, wird mit Freuden registriert. Voll Freude streckt man dem englischen Gesinnungsgenossen die Bruderhand über den Kanal hin, wobei man allerdings meistens erfahren muß, daß man drüben diese ausgestreckte Hand geflissentlich übersieht. Und was nicht alles getan wird, um in den nordischen Ländern eine ähnliche Agitation zu entfachen! Zur Anfeuerung der eigenen Gesinnungsleute werden in regelmäßigen Zwischenräumen Berichte aus Schweden, Dänemark oder Norwegen gebracht, die bekunden sollen, daß dort der Antisemitismus ebenso starken Fuß gefaßt habe wie hier. Man scheut sich dabei nicht, die Wahrheit recht erheblich, umzubiegen. Denn das, was von dort geschrieben wird, ist, wenn auch nicht in allen Fällen