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Im deutschen Reich · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. 331

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 11 (November 1920)
Article
Einheitsfront
Date
1920-11-01
Page
331 (sequence 3)
Language
German
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Einheitsfront 331 fetten des Ritus ausgehend sich selber betrügt, ist ein ausgesprochener Narr, sein liberaler Rabbiner, der nach oben kriecht und aus den materiellen Gewinn gierig schaut, nach unten aber den Armen gegenüber hartherzig und höhnend kalt handelt, ist ein gemeiner Schurke, sein „G e n er al v er b an d mosaischer Untertanen im deutschen Reich e", der „V erein mit de m langen Namen"— unsere Leser werden verstanden haben, wer gemeint ist — eine Gesellschaft von schwachsinnigen, eitlen Trotteln, von charakterlosen, liebedienerischen Feiglingen! Ich übertreibe nicht! Sa schildert sie Gronemann und nicht anders. Kein versöhnlicher Zug weist in dem Bilde des liberalen Rabbiners Dr. Magnus, durch das nicht nur der Stand des liberalen Rabbiners, sondern der gesamte religiöse Liberalismus getroffen werden soll, daraus hin, daß Gronemann einen jüdischen Bruder schildert. Keine Spur inneren Verständnisses, ja, nicht einmal der Wille dazu, verrät sich in seiner Darstellung des Centralvereins. Gronemann mag unsere Ideen für falsch halten, das ist sein gutes Recht. .Aber darf er uns darum verhöhnen und beschimpfend Darf er bestreiten, daß wir mit ehrlichem Willen unseren Weg gehen, wir alle, der Centralverein, die orthodoxen und die liberalen Rabbiner! Weiß er nichts davon, daß wir mit warmem Herzen unserem Judentum zu dienen suchen? Wessen Weg der rechte ist, welcher kleine Mensch mag's entscheiden! Jeder glaubt mit ehrlichem Herzen an den seinen. Aber er muß seinem jüdischen Bruder, der andere Pfade geht, ein Gleiches Zugestehen. Gibt es außerhalb des Nationaljudentums keine Würde, keinen Idealismus, keine Selbstlosigkeit, kein reines Wollen, keine Ehrlichkeit? Dem kalten, grausamen Hvhne Gronemanns ist es schon zuzutrauen, daß er beim Lesen dieser Worte sich vergnügt und verständnisvoll die Hände reibt, in dem Bewußtsein, daß die Hiebe gesessen, daß erfeine Gegner tief, tief getroffen haben müsse. Es ist überflüssig zu betonen, daß nicht verletzte Eitelkeit unseren Zorn erweckt. Wir bleiben, was wir sind, auch wenn Gronemann uns die Ehre zu rauben sucht. Nicht als Anhänger des Centralvereins, nicht als Liberale, nicht als Orthodoxe fühlen wir uns tief verletzt, sondern nur als Juden! Wir verstehen nicht, wie ein Jude über den anderen so urteilen kann, und wenn wir auch nicht unsere Meinungen und Aeußerungen aus den Widerhall, dersie in der großen Welt finden, abstimmen wollen, die eine Frage sei erlaubt: Was soll die Welt von jüdischer Sittlichkeit denken, wenn der Jude Gronemann als Typus der geistigen Führer der Mehrheit des deutschen Judentums den Schurken - vr. Magnus zeichnet, was soll die' Welt von unserem Kampfe gegen" den Judenhaß, von seinem Ernste, voll der Tiefe unserer Entrüstung denken, wenn der Jude Gronemann den Centralverein, als eine Gesellschaft von oberflächlichen, lächerlich wirkenden Kleinigkeitskrämern ohne Sinn für Würde und Menschenstolz denunziert! Spott ist gewiß erlaubt, Spott ist heilsam! Wer will denn auch bestreiten, daß manche Menschen und Dinge des jüdischen Lebens von heute zur Satire geradezu Herausforderin Ganz im

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