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Im deutschen Reich · 1920-10-01 · Heft 10 (Oktober 1920) · p. 310

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 10 (Oktober 1920)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1920-10-01
Page
310 (sequence 5)
Language
German
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310 Im deutschen Reich Haupt noch nicht gemacht sein. Es ist allerdings eine Front für uns da, und die richtet sich gegen die Antisemiten! Hier gibt es keine Konzessionen, keine Bereitwilligkeit, hier gibt es nur die Entsch lossenheit des Kampfes, mag dieser Kampf Ausklärung oder Abwehr oder Angriff heißen. Würden sich alle Juden bereit finden, in dieser Front zusammenzutreten, so würde in der Tat die Einheitsfront da sein. Indem wir dieses niederschreiben, wissen wir aber auchwie schwer die Bildung dieser.Einheitsfront ist, denn sie verlangt von einem Teil der Juden ein Zurücktreten von Anschauungen, denen sie zurzeit huldigen. Wenn man glaubt, die Achtung des „Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes" erst erringen zu müssen, wenn man glaubt, mit einem Herrn Kunze oder einem Herrn Mulle oder einem Herrn Dinier dadurch paktieren zu können, daß man ihre Forderungen anerkennt, dann allerdings wird man in die Einheitsfront nicht ausgenommen werden können. So die Vergangenheit! Und die Hoffnung? Sie ist da, sie muß da sein. Wir haben gearbeitet, und wir haben Erfolge gehabt. Wenn heute die Absichten unserer Gegner noch nicht verwirklicht sind, so verdanken die deutschen Juden das der Arbeit derer, die den Kamps gegen die Judengegner führen. Es kann und darf hier nicht unsere Ausgabe sein, im einzelnen zu zeigen, was geleistet worden ist. Wie unendlich viele Gefahren sind ganz zweifellos im letzten Jahre aus dem Wege geräumt worden. Der Weg ist noch nicht frei! Schwierigkeiten türmen sich himmelhoch, Millionen suchen einigen Hunderttausend das Leben zu versperren. Dieses Zahlenverhältnis möge man nicht vergessen, wenn man die Erfolge der andern und unsere Erfolge gegeneinander abmessen will. Die bedeutendste Schwierigkeit, die sich uns entgegenstellt, ist die Ausräumung der Anschauung von unserem Fremdsein. Es wird immer intensiver in die andern hineingebohrt, daß wir Juden Menschen ganz anderer Art sind als die Nichtjuden. Unsere Stellung zu dieser Frage ist bekannt. Wir bestreiten keineswegs die verschiedene Abstammung, wohl aber bestreiten wir die scharfe Gegensätzlichkeit, die die andern zu konstruieren versuchen.' Wir bestreiten ganz insbesondere, daß wir hingestellt werden als Fremde, die in diesem. Lande, das wir als unser Heimatland ansehen, nichts zu suchen haben. Mit dieserFrage muß man sich heute — auch das möchten wirdenen, die mit uns arbeiten, sagen — ganzbesanders beschäftigen, denn sie ist das Lockmittel unserer Gegner, sie steht am Anfang und am

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