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Im deutschen Reich · 1920-10-01 · Heft 10 (Oktober 1920) · p. 303

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 10 (Oktober 1920)
Article
Bilanz
Date
1920-10-01
Page
303 (sequence 5)
Language
German
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Bilanz 303 mtb weisen auf eine Lösung des Problems auf dem Boden des Rechts und der politisHen Notwendigkeit hin. Man beurteilt den Juden, wie es bei Kulturmenschen selbstverständlich sein sollte, nach seinem persönlichen Werte und schätzt ihn nach seinen Leistungen. D i e Juden dagegen sieht man durch eine andere Brille, und darum hat man gegen die unbeschränkte Gleichstellung seine Bedenken, die gemeinhin als die Furcht vor der jüdischen Herrschaft und vor dem zersetzenden jüdischen Geist zum Ausdruck kommen. — Woraus erklärt sich nun diese sonderbare Angst? Weniger aus unserer Art — und bann liegt der grundsätzliche Unterschied zum Rassenantisemitismus — als aus unserer sozialen Schichtung. Man stellt'fest, daß die Juden einzelne Berufe und Berufsgruppen, und zwar vor allem die „Führerberufe", gewissermaßen okkupiert haben und infolgedessen auf bestimmten Gebieten und darüber hinaus im gesamten öffentlichen Leben einen überragenden Einfluß ausüben, der in keinem Verhältnis zu ihrer numerischen Stärke stehe. Darin liege die Gefchr einer geistigen Abhängigkeit vom Judentum, gegen die man sich' wehren müsse, auch wenn man kein Antisemit sei. — Noch bedenklicher hört sich der zweite Vorwurf an, der mit dem ersten in ursächlichem .Zusammenhang steht. Infolge der einseitigen Besetzung gewisser Tätigkeitsgebiete, wie z. B. Literatur, Theater, Wesse, Kritik u. ä. m., hätten sich hier Zustande und Strömungen entwickelt, die von weiten Kreisen des deutschen Volkes als wesensfremd und darum als „zersetzend"' empfunden würden. Zwar macht man für diese Erscheinungen das Gesamtjudentum nicht verantwortlich, wohl aber verlangt man von ihm, daß es sich mit ihnen auseinandersetze bzw. sich mit allen anderen Gegnern zum Abwehrkampfe vereinige. — Also: Zurückhaltung in der ersten, Interessengemeinschaften der zweiten Frage, das sind die Bedingungen für die Versöhnung und Verständigung mit dem Judentum. Es fehlt nicht an jüdischen Stimmen, die eine solche cko ut cke8- Politik als eine Konzession an den verkappten Antisemitismus glattweg ablehnen. Mag dem sein, wie ihm wolle: auf alle Fälle ist die Angelegenheit viel zu ernst, als daß sie ab irato betrachtet und behandelt werden dürfte. Es sind nicht nur die erstbesten Schwätzer und Hetzer, die jene Sprache führen, sondern sehr ernste Persönlichkeiten, die Beachtung verlangen und verdienen. Wir vergeben uns also nichts, wenn wir in die Erörterung der „Friedensbedingungen" eintreten. Daß die geschichtliche Entwicklung in Verbindung mit einer verderblichen Judenpolitik tatsächlich eine ungesunde Berussschichtung herbeigeführt hat, haben wir ja nie geleugnet. Schon unsere jahrzehntelange Bemühung um die Förderung des Handwerks und der Bodenkultur beweist besser als Beteuerungen, daß wir das Uebel erkennen und an der Wurzel anzufassen bestrebt sind. * Das eigentliche Problem erwächst jedoch erst aus dem natürlich n Anspruch der jüdischen Anwärter auf Berücksichtigung im Beachtet die Anzeige: Philo Verlagl

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