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Im deutschen Reich · 1920-10-01 · Heft 10 (Oktober 1920) · p. 298

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 10 (Oktober 1920)
Article
Zur Verständigung zwischen deutschen Christen und deutschen Juden
Date
1920-10-01
Page
298 (sequence 6)
Language
German
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298 ' Im deutschen Reich der Beteiligung von Juden an der neuen Leitung Deutschlands und sagten, indem sie die Schuld an allem Elend auf andere, auf die Juden schoben, großen Massen des deutschen Volkes Angenehmes. Die in Vorstehendem dargelegten Tatsachen bergen G e f a h r£ it für die Zukunft Deutschlands in sich. Mit diesen Gefahren müssen die christlichen Deutschen, welche nicht Antisemiten sind, und die Mischen Deutschen ernstlich rechnen. Wir müssen es vermeiden, noch andere Gegner als die Kommunisten (Bolschewisten) und die französischen Besatzungstruppen (von den belgischen, englischen, italienischen hier gar nicht zu reden) in unserer Mitte zu haben.; wir müssen dahin streben, daß. das irgend erreichbare Maß von Einigkeit im Innern auch wirklich erreicht wird. Die Gefahren zu beseitigen, steht weder in der Macht der christlichen Deutschen allein, noch in der der jüdischen Deutschen allein: beide müssen zusammen arbeiten zum Besten des großen Ganzen. Wir haben nicht nur „Erklärungen" abzugeben und Forderungen zu stellen, und zwar Forderungen jeder auch an sich und an seine Glaubensgenossen, sondern wir müssen uns auch um die Durchführung dieser Forderungen auf unserer Seite mit allen Kräften bemühen. Nachschrift: Mein Urteil über die Folgen, welche das Auftreten der Zionistischen Partei in Deutschland daselbst haben wird (Wachsen des Antisemitismus, Schädigung der wirklich jüdischen Belange), wird seitens der Zionisten Widerspruch erfahren und als aus Unkenntnis hervorgegangen bezeichnet werden. Es gereicht mir daher zur Genugtuung, nachträglich („Im deutschen Reich", Maiheft 1920, S. 163 ff.) gleiches Urteil durch einen hervorragenden Sachkenner geäußert und begründet zu finden. „Verax" (kein Reichsdeutscher) stellt zunächst fest, daß der amerikanisch-jüdische Kongreß, Dez. 1918, „nicht die leiseste Ahnung gezeigt habe von den Bedürfnissen der europäischen Juden und den Verhältnissen, unter denen sie leben. Wenn die Juden keine Religionsgemeinschaft, sondern eine Nationalität seien, dann sei der Sabbat kein unantastbares religiöses Heiligtum mehr, sondern eine Art nationales Fest. Wo aber gebe es ein Land, in dem fremde Nationalfeste vom Staate geschützt werden? ... In allenLändern, wo der jüdische Nationalismus in das Bewußtsein der jüdischen und der nichtjüdischen Bevölkerung eindringen wird, gehen die Juden unabwendbar solchen Zuständen entgegen, wie sie in Polen durch den Boykott, die Abschaffung des Sabbat und die Verdrängung des Hebräischen aus dem Religionsunterricht gekennzeichnet sind. . . . Die Ansiedlung von Juden als Landwirte war ursprünglich den Arabern sowie der türkischen Regierung sehr willkommen. Erst der politische Zionismus der Herzl und Nordau mit seinem lärmenden Kongretzgetöse weckte den Argwohn der türkischen Machthaber und des inzwischen erstarkten arabischen Nationalismus.... England braucht keine Judenkolonien in Palästina, die sich ruhig entwickeln und im besten Einvernehmen mit der nichtjüdischen Umwelt gedeihen, ohne eine Intervention von außen zu benötigen; England braucht in Palästina ein hilfloses.

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