Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 9 (September 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / Verax
- Date
- 1920-09-01
- Page
- 278 (sequence 9)
- Language
- German
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278 Im deutschen Reich bauen. Schwieriger wird es mit der -BeschaffunA des MensHenmaLerials sein. Die Zionisten versprachen, 30 000 Seelen;ährlich zu liefern. -, Das bedeutet schon eine Massenwanderung. Massenwanderungen werden jedoch stets nur von wirtschaftlichen 'Motiven bestimmt. Einzelne, Hunderte von einzelnen wandern von ideologischen Schlagworten und Motiven getrieben. Massen wandern nur dorthin, wo sie-Nahrung finden. Die großen jüdischen Massen können aber vorderhand nur-in Amerika und im Innern Rußlands Nahrung finden, bis nach Sibirien hinein, das ihnen jetzt ofsensteht. In Palastirm können die Juden nur als Landwirte Nahrung finden, die auswandernden Juden müssen aber erst zu Landwirten erzogen werden, was immerhin Jahre dauert, der Boden in Palästina muß bewässert, aufgesorstet, urbar gemacht werden. Daß die Juden sehr wohl dazu taugen, haben die bisherigen Kolonien bewiesen, allein das erfordert einen langen Zeitraum. Die Engländer haben angekündigt, daß sie nur solche Einwanderer hineinlassen werden, die „erwünscht" sind. Welche aber sind erwünscht, um ein Bollwerk gegen die Araber, um eine Schutzmauer für Aegypten und eine Heeresstraße nach Mosul zu bauen? Die Ch-aluzim eignen sich dazu am besten. Das ffftb junge Leute aus den Ostländern, die den Weltkrieg mitgemacht und sich als Soldaten glänzend bewährt habem Unlängst erst lasen wir, daß 2000 brotlos gewordene ehemalige jüdische Offiziere der österreichisch-ungarischen Armee sich der englischen Heeresverwaltung angeboten haben, das national liome ,,vor den Arabern zu schützen". Es gibt unzählige solcher gebrochenen Existenzen unter den osteuropäischen Juden. Sie wären ein ausgezeichnetes Koloniste n dement, wenn sie nur nicht dazu verwendet würden, den englischen Krieg gegen die Araber und den Islam zu führen und so das Wort des Jesajas im umgekehrten Sinne zu bewähren, indem sie die Pflugschar zum Schwert und das Rebenmesser zur Lanze umschmieden. ... Und hier wäre ein Punkt, wo die ganze Judenheit in brüderlicher Eintracht eingreifen könnte, um an dem Ausbau des jüdischen Palästina mitzuarbeiten. Da gälte es zunächst, daß die Gemeinden und die jüdischen Organisationen beizeiten einen U n t e r st ü tz u n g s - fonds für die möglichen Pogrom- und Boykott Opfer in Palästina und den anderen islamitischen Ländern ins Leben rufen. Bisher gab es in der Welt ein Land, wo der Pogrom und der Boykott unmöglich und undenkbar schien, und das deswegen als Zufluchtsstätte für alle Pogrom- und Boykottmüden angesehen werden konnte. Die letzten Ereignisse haben uns bewiesen, daß dies sich gründlich geändert hat und daß die in Palästina herrschende Stimmung von der ganzen islamitischen Welt geteilt wird. Die fortwährenden Wirren im nahen Orient tragen nicht zur Beruhigung der Gemüter bei. Die schweren Mißerfolge der Ententepolitik in Europa be-. rauben die Westmächte ihres Prestiges in den Augen der Orientalen, und diese haben sich leider gewöhnt, die Juden als deren Vortrupp zu betrachten. Man muß sich also auf eine Aera von Judenverfolgungen im Heiligen Land und in den angrenzenden Provinzen gefaßt machen. Um nicht im Notfälle unvorbereitet dazustehen, wäre es angebracht, rechtzeitig einen Spezialfonds für diese Zwecke anzulegen. — Gleichzeitig liegt aber der ganzen Judenheit die Aufgabe ob, eine Verständigung mit den Arabern herbeizuführen, die die knabenhafte „Weltpolitik" der Zionisten in die Meinung hineingehetzt hat, daß die ganze „jüdische Nation" gegen sie und den Islam Krieg führe, um sie unter das Joch des britischen Imperiums zu beugen und sie aus dem Heiligen Lande, wo sie seit 1200 Jahren siedeln, hinauszudrängen. Die. Judenheit hat ein Mittel in Händen, um die Araber von diesem Irrglauben zu befreien,