Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 9 (September 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / Verax
- Date
- 1920-09-01
- Page
- 279 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Notwendigkeit und Aufgaben der studentischen Ortsgruppen 279 indem sie nach Palästina die jüdischen Kriegswaisen aus den osteuropäischen Ländern verpflanzt. Ue-berlassen wir es den Zionisten und Engländern, die Chaluzim nach Palästina zu schicken und sie dort in -die englische Kolonialarmee zu stecken. Gründen wir dagegen im Lande unserer Väter eine große Anzahl von Waisenhäusern, in denen die elternlosen Kinder zu Bürgern von Erez-Jsrael erzogen werden, mit dem Boden langsam verwachsen, aus ihm Nahrung u.nd Lebenskraft saugen mtb ihn lieben lernen. Diese Generation wird die beste Bürgschaft der künftigen Entwicklung sein. Diese Kinder werden die Bringer des Friedens werden. Die Araber werden in ihnen keine Feinde erblicken, die die englische Herrschaft über den Islam befestigen zu helfen gekommen seien. Die Engländer werden auch den Juden der Länder, mit. denen sie im Kriege stehen, nicht verbieten können, eine rein p h i l a n t h r o p i s ch e Aktion im Heiligen Lande zu führen. Die Chaluzim werden außer der Heeresstraße nach Mosul auch noch wertvollere Güter §u schützen haben. Zu einer solchen Aktion jüdischer W a i f e iT f o 1 o n i e u in Palästina könnte sich die ganze Judenheit zusammenschließen^ sogar die Zionisten... Borax. Notwendigkeit nnd Aufgaben der studentischen Ortsgruppen. Dieser Artikel ist uns bereits im März zur Verfügung gestellt worden. Infolge Raummangels war sein Erscheinen erst jetzt möglich. (Die Redaktion.) Politik ist ihrer Natur nach auf Massenwirkung angewiesen, politische Verbände müssen daher alle ihrer Weltanschauung irgendwie Zugänglichen zu erfassen suchen, ohne ans persönliche Unterschiede Rücksicht nehmen zu können. Daher war es, als nach der Revolution die Studentenschaft politisiert wurde, selbstverständlich, daß sich ein neuer Typus studentischer Vereinigungen bildete, die politischen Studeutenvereine, die von vornherein interkorporativ waren, also ohne Rücksicht auf Verbindungszugehörigkeit, gesellschaftliche Stellung und ähnliches, alle gleichgesinnten Studenten und Studentinnen zur Vertiefung und Betätigung ihrer Ueberzeugung zu vereinen suchen, meist im Anschluß an allgemeine Verbände gleicher Tendenz. Alle politischen Parteien, von den Deutsch-Nationalen bis zu den Kommunisten, bekamen so ihre Studentenvereine oder studentischen Ortsgruppen, aber auch andere Verbände, zum Beispiel der „Volkskirchliche Laienbund" und der „Verein für das Deutschtum im Ausland". Für die jüdischen Studenten ergab sich die Notwendigkeit einer solchen Organisation durch das äußerst starke Anwachsen des Antisemitismus unter der Studentenschaft.. Wir denken dabei weniger an das Verhalten des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes, das uns verhältnismäßig kalt lassen kann, da nach dem Aufblühen der jüdischen Verbindungen, insbesondere des K. C., der jüdische Student, soweit er überhaupt auf Korporationsstandpunkt steht, nicht mehr anderweitig um — Aufnahme zu bitten braucht; wir denken auch nicht so sehr an die Waffenringsfragc, sondern wir denken