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Im deutschen Reich · 1920-09-01 · Heft 9 (September 1920) · p. 263

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 9 (September 1920)
Article
Emanzipation und Zionismus
Date
1920-09-01
Page
263 (sequence 7)
Language
German
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Emanzipation und Zionismus 263 die negative Ehre oder die Zugehörigkeit zur Gesellschaft unbestritten läßt, sie ihm unaufhörlich bedroht und nimmt, wo sie kann; die Gesellschaft derer, die einander nicht allein das Leben der Ehre, das bürgerliche Leben nehmen, sondern von Zeit zu Zeit auch dazu kommen, einander das natürliche Leben zu nehmen, die einzelnen untereinander, die Gemeinschaften untereinander, in Kriegen und Revolutionen, in Religions-, Ketzer-, Hexenverfolgungen und all dem noch nicht ausgekneteten Zukünftigen, wovon wir noch die Namen nicht wissen. Der Himmel der Menschheit bleibt nicht lange ungetrübt; bald hier, bald dort kommt es zu den flammenden und krachenden Gemeinheiten des Hochmuts und des Hasses. Von solchem Sachverhalt ein Spezifikum bietet uns der Sachverhalt gegenüber' den Juden. Was übrigens nur von Zeit zu Zeit am einen und andern Ort über diese und jene sich entladet, das kommt allerorten beständig über die Juden, an denen, wegen ihrer äußerlichen Unfurchtbarkeit und wegen der Straflosigkeit dabei, die Ehrenmorde durchweg wie auch, wo dazu es kommt, die natürlichen Morde am leichtesten zu vollziehen sind. Und so also dürfte es im wesentlichen bei der Rasse der um ihre Ehre Betrogenen, denen man in jeder Gesellschaft ihre Zugehörigkeit zur Gesellschaft bestreitet, die man in jedem Lande als Ausländer hinzustellen sucht und von denen man möchte, daß sie unter allen Völkern unter allen Völkern leben sollen, dabei dürfte es sein Bewenden haben, solange Juden sind. Wohl noch sehr lange; denn die Juden sind zugehörig zu jeder Gemeinschaft der Menschen durch ihre Leistungen und durch ihr Menschsein gleich den übrigen Menschen, daher sie von keiner menschlichen Gemeinschaft auf die Dauer können ausgeschlossen bleiben, und sind Deutsche, Engländer, Franzosen usw. jüdischer Abstammung, wie andere Deutsche, Engländer, Franzosen usw. anderer Abstammung sind, bekannter oder , unbekannter Abstammung. Und so wenig man, ohne absurd zu werden, die hervorragende geistige Produktion z. B. eines Deutschen jüdischer Abstammung irgendwohin anders zurechnen könnte als dem Deutschtum — oder etwa dem alten Judäa oder dem kommenden Zion?! — ebensowenig kann, es einem klar denkenden Deutschen jüdischer Abstammung in den Sinn kommen, sich anders zu betrachten denn als einen Deutschen. Sein Vaterland ist sein Vaterland, das er fühlt und dem er leistet; um so mehr, als für das Volk seines Vaterlandes bereits seine Urahnen das Größte geleistet haben, als sie selber noch ein anderes Volk und als sein Volk noch gar nicht gewesen: die Bibel. Denn welches ist das deutscheste Werk? Die Bibel deutsch; die auch nur als deutsche Bibel seine Bibel und auch sein deutschestes Werk ist. Soll sein Vaterland darum nicht sein Vaterland sein, weil es bewohnt ist von Menschen, wie nun die Menschen sind — von derselben Art Menschen, wie auch die Juden sind —, und weil . die wüstesten und schändlichsten dieser Menschen die Inden befehden und damit auch, je nach den Zeiten, mehr oder weniger von den Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!

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