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Im deutschen Reich · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. 246

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1920-07-01
Page
246 (sequence 8)
Language
German
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246 Im deutschen Reich draußen gewahrt, kann mit ihnen machen, was er will, sie befinden sich vollkommen in seiner Abhängigkeit, ebenso wie in Palästina, je größer ihre Schutzbedürftigkeit gegenüber den Arabern ist. In Polen z. B., wo die Spannung am größten war, weilte eine so hohe Persönlichkeit wie Sir Stuart Samuel, um die Juden in Schutz zu nehmen und seinem Vaterlande in ihnen sichere Parteigänger zu werben. Wenn nun die Juden die Minderheitsrechte und die nationale Autonomie unter dem Protektorat des Völkerbundes erhalten, und bei der Mehrheitsbevölkerung die Sympathien für England in ihr Gegenteil Umschlägen, da die Polen schon merken, daß dieses sie zu seinen Zwecken gebraucht und ihr Land sich langsam in eine englische Kolonie umwandelt, — die Juden werden jedenfalls gezwungen sein, für England Partei zu ergreifen und seinen Interessen zu dienen, denn gegen die unvermeidlichen Pogrome und Boykotte werden sie nirgends' Schutz finden als beim Völkerbund. Sie werden einen wichtigen Stützpunkt der englischen Weltpolitik in Osteuropa bilden. Allein die Interessen Großbritannieus sind nicht nur weltpolitischer, sondern zunächst und vor allen Dingen kommerzieller Natur. In England erkannte man rechtzeitig die ausschlaggebende Bedeutung der Juden für den Welthandel. Man wußte, daß von den 5/4 Milliarden deutscher Ausfuhr nach Rußland im Jahre 1913 ungefähr 90 Prozent durch die Hände von Ostjuden ging, daß sogar die Ausfuhr Deutschlands nach Amerika zu einem sehr ansehnlichen Teil von den dorthin ausgewcmderten Ostjuden besorgt wurde. Seit Beginn des Krieges, und mit verdoppelter Kraft seit dem Sturz des Zarismus, arbeitete man daran, diese ganze Handelstätigkeit in englisches Fahrwasser zu lenken. Das war eines der Mittel, den Wirtschaftskrieg nach dem Kriege vorzubereiten. .England machte sich zum Verteidiger und Beschützer der Gesamtjudenheit in der. ganzen Welt, vertrat die wirklichen oder angeblichen „Wünsche der jüdischen Nation"; mit riesigem Kostenaufwand wurde eine ganze Anzahl von „jüdischen" Korresporrbenzbureaus in den neutralen Ländern errichtet, die der jüdischen öffentlichen Meinung die Ueberzeugung beibringen sollten, daß das Schicksal der Juden am besten in englischer Hand aufgehoben sei, und das Heil des Judentums von der Uebernahme des Palästina-Mandates durch England abhänge. Die Alldeutschen und A n t i s e m i t.e n in ihrer grenzenlosen Beschränkt-, heit a r b e i t e t e n a u ch h i e r d e n En g l ä n d e r n vortrefflich rn die Hand, indem sie eine immer heftigere Fudenhetze veranstalteten, sich in maßlosen Beschimpfungen und Bedrohungen der .Juden' ergingen, förmliche Hetzjagden auf Ostjuden veranstalteten und der englischen Propaganda wie auf Bestellung die gewünschten Materialien lieferten. Dadurch wurden die alten Sympathien und das Vertrauen der Ostjuden in Europa und Amerika systematisch untergraben und vernichtet. Fragt sich bloß, ob die Juden nicht viel zu schwache Schultern haben für die hohe Mission, die der großbritannische Imperialismus ihnen aufladet. Die Juden brauchen eine Heimstätte in Palästina/ um sich dorthin aus den Golusländern vor dem Pogrom und dem Boykott zu retten. Nun ist Palästina plötzlich ebenfalls zu einem G o l u s l a n d geworden, Pogrom und Boykott sind den Juden in ihre nationale Heimstätte vorangeeilt. Die. Araber lehnen sich gegen das englische 'Bollwerk im Orient auf. Leider steht hinter den Arabern der ganze Islam. Araber und Türken versöhnen sich, um gemeinsam den Engländern Widerstand zu leisten. Die indischen Mohammedaner lassen ihre drohende Stimme vernehmen. Der „Haarez" vom 16. April bringt das Gespräch, welches Lloyd George Ende März mit der indischen Deputation hatte. „Wir wünschen," erklärte der Führer,

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