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Im deutschen Reich · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. 244

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1920-07-01
Page
244 (sequence 6)
Language
German
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2M Zw deutschen Reich sine sehr ernste militärische Drohung anZusehen fei, aber ein politischeS System kann nicht auf einem unsicheren Grund gebaut werden. Die britische Politik muß eine sichere Grundlage jucken, und diese ist in einem jüdischen Palästina zu sinoen. Ein jüdisches Palästina wird Lern Britischen Reich gegenüber absolut Loya! sein und wird ihm das unentbehrliche Bollwerk in diesem Teil der Welt bilden." Wozu das „nation&l KomeÄÄ dienen soll, wissen wir also, nun gilt es, daß wir mit eignen Händen den Bau beginnen. Nach welchem-Plan? Hierin belehrt uns Richard L i ch L h e L m in feiner im Sommer 1919 herausgegebenen Broschüre: „Der Aufbau des jüdischen Palästina" Seite 23/4, in diesem Punkte völlig mit Ruppin übereinstimmend. „Bei einer Betrachtung der palästinensischen BefltzverhälLnifse ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit, daß wir bei Erwerbung aus Privatbesitz in erster Linie an die Aufteilung des arabischen Großgrundbesitzes Herangehen in ü s s e n. Der bäuerliche Kleingrundbesitz, der in Judäa schon jetzt überwiegt, muß nach Möglichkeit geschont werden. Wollen wir den arabischen Großgrundbesitz, dessen Austeilung eine volkswirtschaftlich durchaus gerechtfertigte Maßnahme darstellt, in unsere Hand bekommen, so werden wir,in ber einen ober veränderen Form Zur Enteignung schreiten müssen." Und Lichtheim braucht Viel, viel Boden für seine Kolonisation, es wird ihm schwerfallen, den arabischen Kleinöesitz „nach Möglichkeit" zu schonen. Er sagt (S. 4): „Was Wollen wir in Palästina? Wir wollen es zur Heimstätte für das jüdische Volk machen. . . Hier ist Palästina, und dort unser Volk, 15 Millionen an Zahl. . . Die Kolonisation, die wir zu unternehmen haben, sollVolk und Land vereinen. / . . t Wir haben mit den Bedürfnissen, Wünschen und Fähigkeiten 'dieser 15 Millionen zu rechnen." Es ist ohne weiteres klar, wer 15 Millionen Menschen in einem kleinen Land, wie Palästina, ansiedeln will, der darf vor der gewaltsamen Enteignung nicht zurückschrecken. Lichtheim will nur den Großgrundbesitz enteignen, den Kleinbesitz dagegen „nach Möglichkeit" schonen. , Nun, es gibt kein Land in der Welt, besten Bauern nicht jeden Augenblick bereit waren, den Großgrundbesitz unter sich, und zwar ohne Entschädigung, aufzuteilen. Aber!der Bauer begehrt überall dies aufgeteilte Land für sich, dem Städter, zumal dem fremden, gönnt er nicht die kleinste Scholle. Man versuche doch, die polnischen, ukrainischen oder russischen Bauern zu bewegen, einen geringen Teil des errafften Bodens an.„ihre" Juden abzutreten, die ihre^ Sprache sprechen, an die sie gewöhnt sind, mit denen sie seit Jahrhunderten auf demselben Boden leben und leiden. Lichtheim aber mutet den arabischen Kleinbauern zu, ruhig zuzusehen, wie der arabische Großgrundbesitz aufgeteilt wird, aber unter Juden, unter fremde Juden, ^bie aus der Ferne hertransportiert werden, um als englisches Bollwerk gegen die Araber zu dienen, die ihre Sprache nicht verstehen, nicht einmal Bauern, also Stand es genossen,, sondern Städter sind, die erst zu Bauern gemacht werden sollen! ... Doch ist das für Max Nor b au viel zu wenig. Am 4. Mai brächten nämlich die amerikanischen Blätter folgende Depesche aus London: „Der berühmte Zionistenführer Max Nordau erklärt, vier Millionen Juden warten nur den ^Zeitpunkt ab, in dem das englische Mandat über Palästina in Kraft tritt, um sogleich dorthin überzusiedeln. Wir warten nur auf die Oeffnung der Grenzen durch England,- was nach einigen Wochen geschehen wird. . . . Wir-müssen dorthin so schnell wie möglich so v'iele Juden verpflanzen, daß wir die Mehrheit int Lande bilden, oder wenigstens den Arabern

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