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Im deutschen Reich · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. 241

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1920-07-01
Page
241 (sequence 3)
Language
German
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Jüdische Rundschau 241 andere Hälfte verging uns in Ewiger Erwartung von Pogromen. All dis 21j2 Jahre hindurch ist nicht ein einziger Nagel an unserem Ban hinzugekommen. Inzwischen sind unsere Kolonien in Obergaliläa zerstört worden, und jene in den anderen Gegenden, die bisher verschont geblieben, stehen aus dem Punkte, zerstört zu werden, durch die Störung der Arbeit infolge der stetigen Erwartung von räuberischen UeberfLllen und des' Mangels an Schutz von seiten der Beschützer... Im Verlaufe dieser Zeit ist künstlich gegen uns eine Bewegung in Gang gesetzt worden, die in den Jerusalemer Pogromen ihren H öhepunkt erreichte, mit Mord, Plünderung, Vergewaltigung; nach althergebrachtem System. Und die Schiffe, die unsere Häfen verlassen, gehen nicht leer" (sie führen nämlich immer jüdische Auswanderer, die Palästina verlassen). „Wenn man nun nach 2^jährigen Seelenqualen abermals die große Trompete an die Lippen legen will, sind wir verpflichtet, laut zu rufen: Hört auf! Frohe Botschaften haben wir genug vernommen. Wir wollen nun endlich greifbare Arbeit sehen, die wenigstens zum Teil den ganzen Lärm rechtfertigt. Steigt endlich von dem Olymp der Diplomatie herab... Wisset, die Erlösung des Volkes wird von innen kommen, oder sie wird nicht kommen." Wie ade? haben die Araber auf den Beschluß von San Remo reagiert? Der Präsident der syrischen Urrionistenpartei Michel Lotfallh richtete an dis „Times" folgende Depesche: „DerBeschluß der Konferenz von San Remo zerstückelt Syrien, vernichtet seine politische, geographische und ethnische Einheit, und zerreißt das Land in mehrere Zonen. Dis Einrichtung von Palästina als nationale Heimstätte für das jüdische Volk zerstört das politische und soziale Leben des syrischen Volkes. Diese willkürliche Entscheidung, die allen Versprechungen der Alliierten widerspricht, wird das Herz der arabischen Nation in Syrien brechen und eine Beleidigung der Menschheit bleiben. Die syrische Nnionistenpartei proLestiert energisch gegen dieses schwere, dem syrischen Volke zugefügte Unrecht, dem Volke, dessen einziges Verbrechen darin bestand, daß es den Versprechungen der Alliierten vertraute. Wir warnen die alliierten Mächte vor diesem Beschluß, den die syrische Nation verwirft, und für welchen die Alliierten die Verantwortung vor der Geschichte zu tragen haben werden." (Abgedruckt in der Pariser „Tribuns Juwe" vom 4. Juni S. 7, Sp. 1.) Der „Karmel" (chaipha) schreibt: „Ein Unglück ist über Palästina herniedergezuckt, welches jedes arabische Herz wie ein Donner trifft. Wir raten unseren Brüdern, es mit Ruhe zu ertragen. Der Beschluß der Friedenskonferenz ist nicht alles. Die Heimat gehört uns, das Land ist unser Land. Wir raten den Verbindungen und Parteien, Versammlungen einzuberufen, um in aller Ruhe allgemeinen Protest zu erheben und den allgemeinen Boykott gegen die Juden zu beschließen. Der Besch!uß v on San Remo hat (für uns) keine amtliche Bedeutung. Er beweist uns nur, daß wir uns auf niemanden verlassen dürfen, als auf uns allein." Die Zeitung veröffentlicht eine Liste von Grundbesitzern, die sich verpflichtet haben, auch für die künftigen Generationen, keinem Juden je ein Fustör eitSrdezrrverkaufen, und diese Verpflichtung mit einem Schwur im Namen Allahs bekräftigt haben. — In ganz Syrien werden Geselllschaften gegründet, um die Emigration von Arabern nach Amerika aufzuhalten und sie nach Palästina, abzulenken. — Auf die Anregung, einen „arabischen Nationalsonds" nach Muster des jüdischen ins Leben zu rufen, wird jetzt eine syrische Vürgerbank gegründet, mit einem Grundkapital von einer Million türkischer Pfund. — Die Zeitung „Maroth

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