Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Article
- Professor Droogstoppel
- Date
- 1920-07-01
- Page
- 229 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316900-2316907-2357635--31273-2357689- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Professor Droogstoppel 229 wieder fordert, ist aber gerade ein Beweis, daß er der Natur und den Neigungen des Volkes Israel nicht entsprach. Es ist zu allen Zeiten ein friedliebendes und blutscheues Volk gewesen, und seine Gemetzel sind in der Regel auf dem Papier geblieben. Aber wie es in seinem Rechte, trotz aller Milde, für gewisse Verbrechen mit Entschiedenheit die Todesstrafe festhielt, so war das Gericht an den Kanaanitern eine unausweichliche Forderung der Selbstbehauptung, nicht bloß, um nicht don ihrer vergiftenden Denk- und Lebensweise angesteckt zu werden, sondern um des eigenen Lebens und Besitzes sicher zu sein. Daher führt die Thora Israel einmal zu Gemütc (Nu. 34«): „Falls ihr aber die Bewohner des Landes nicht vor euch austreibt, so werden diejenigen, die ihr übriglasset, euch ein Pfahl im Fleische werden und euch um das Land bekriegen, darin ihr wohnet, und wie ich ihnen zu tun gedachte, werden sie euch tun." Es war ein unversöhnlicher Feind, mit dem man zu tun hatte, und es gab nur die Wahl: Sie oder Wir. Gewiß war dies ein trauriger Zwang, aber nicht Israel war daran schuld. Und unser Zeitalter hat wahrlich das geringste Recht, über Grausamkeit der Kriegführung in alten Zeiten zu reden; unser Zeitalter der Granatsplitter, der Duin-dum-Geschosse, der Handgranaten, des Trommelfeuers, der, Gas- und Giftbomben, der Flammenwerfer und so vieler anderer herrlichen Errungenschaften der modernen Kultur und einer humanen Kriegführung. Danach war fa das bloße Messer der Israeliten das reine Kinderspielzeug. Der Verfasser entlastet sie daher eigentlich, wenn er ihnen nur diese einzige Waffe läßt. Aber das gehört zu seiner Theorie der Horde. Es ist kaum nötig, darüber ein Wort zu verlieren. Die Israeliten kamen aus einem hochkultivierten Lande, die erste eroberte Stadt mußte ihnen allerlei Kriegsgerät liefern, dessen Handhabung wohl nicht allzu schwer zu erlernen war. Und wenn er sich nachzuweisen bemüht, daß die Israeliten keine Reiterei gehabt haben, so hätte er, der die Habiri mit den Hebräern gleichsetzt (worin ich ihm nicht folge), als Asihriologe sich einer Stelle in den Tel-Amarna-Briesen zu erinnern gehabt, wo es heißt: Birdasjas Tat ist dies, nämlich Reiteret den Habiri und nicht dem Könige gegeben zu haben. Auch mit der „von den Kundschaftern betonten Kleinheit und Schwächlichkeit der israelitischen Männer gegenüber den Eingeborenen des Landes" (13) hat er sich recht ergötzlich blamiert. Er bezieht sich auf den Bericht der Kundschafter, die Moses ausgesandt hatte (Nu. 13--), hat aber den offenkundigen Spott nicht verstanden, mit dem diesen lügenhaften Flaumachern die groteslesten Uebertreibungen in den Mund gelegt werden. Sie sagen nämlich in einem Atem: In dem Lande, das wir ausgekundschastet haben, kann lein Mensch leben („es ist ein Land, das seine Bewohner frißt") und — das ganze Volk, das wir darin gesehen haben, sind lauter Riesen! (ganze drei ungewöhnlich große Männer hatten sie gesehen) — wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so kamen wir auch ihnen vor! (Ei, woher wißt Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!