Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Article
- Professor Droogstoppel
- Date
- 1920-07-01
- Page
- 225 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Droogstoppel 225 so sicher bezeugt wie die des Hütteufestes! — Die Geschichte gehört ja eigentlich gar nicht zur Sache, sie ist aber eines der zahlreichen Beispiele, wie D. jede Gelegenheit benützt, andere Dinge herbeizuziehen, wenn er damit der Bibel etwas am Zeuge flicken zu können glaubt. Bei der Lade erinnert „man" sich anderer unglaublicher Geschichten von ihr (22 f.), beim Kapitel „Sündhaftigkeit" wird ausführlich eine Geschichte aus dem Buche der Richter erzählt (44 f.), beim Kapitel „Götzendienst" desgleichen (48 ff.), das plötzlich herbeigezogene Königsgesetz gibt ihm Gelegenheit, sich an Salomo zu reiben (51 f.), und natürlich fehlen auch die alten antisemitischen Ladenhüter aus dem ersten Buche Moses nicht (43). Immerhin war dies alles ebenso wie der gänzlich überflüssige Anhang der Gesetze (116—149) auch zur Ausfüllung des Büchleins nützlich, das sonst doch gar zu dünn ausgefallen wäre. Auch den Platz der Erzählung von der Errichtung des Altars aus dem Berge Ebal hat D. nicht begriffen (28 f.). Es ist ihm „ein Einschiebsel, welches belehrt, welchen Grad von Gutgläubigkeit oder richtiger Urteilslosigkeit die Aeberarbeiter und Schlußredakteurs der hebräischen Schriftdenkmäler bei ihren Lesern voraussetzen dursten, um sie mit ihren Geschichtsverschiebungen zu täuschen". — „Ein unglücklicherer Platz als Jos. Kap. 8 konnte unmöglich gewählt werden." Es ist aber gerade die richtige Stelle. Eine Stadt, Jericho, ist durch Gottesmacht gefallen, eine zweite, Ai, mit stürmender Hand genommen. Das sind die beiden Paradigmata für das ganze Land. Jetzt dürfen und können sie in der Mitte des Landes, das ihnen bestimmt ist, die israelitische Flagge darüber hissen, wie ihnen schon Mose anbefohlen hatte (5. M. il. 27). Das ist der Sinn des Altars auf dem Ebal, ob die Erzählung geschichtlich ist oder nicht. Noch kein Eroberer Hai damit gewartet, bis das ganze Land unterworfen war. — Doch wenden wir uns jetzt den angeblichen schweren Anstößen religiöser und sittlicher Art zu. Der erste soll darin bestehen, daß die Israeliten das Land niemals in dem Umfange erobert und besessen haben, in dem es ihnen Gott verheißen hatte. Der Verfasser kann nicht Worte genug finden, um diesen Widerspruch zu brandmarken. Er nennt ihn: einen unüberbrückbaren Gegensatz, einen offenkundigen Zwiespalt, eine abgrundtiefe Kluft, den denkbar schroffsten Widerspruch, eine trotz aller Beschönigungs- und Bemäntelungsversuche dennoch nicht wegzuleugnende, beschämende und unheilschwangere Tatsache, die Gott und seinen Schwur aus das schwerste diskreditiert und das ganze Gefüge der prophetischen Geschichtsdarstellung vernichtet. Aber mit alledem erweist er sich, selbst die beste Absicht angenommen, als ein wahrhaft kindlicher „Theologe". Er nimmt nämlich an, daß, nachdem Gott den Israeliten einmal das Land „verheißen" hatte, er es ihnen ohne alle Weiterungen und ohne jeden Abzug auf dem Präsentierteller hätte überreichen müssen. Das ist eine grobheidnische, fatalistisch-mechanische Aufsasiung von Gott. Seine Gaben fallen aber nicht in den Schoß. Er Beachtet dte Anzeige: Phil& Verlag!