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Im deutschen Reich · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. 224

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Article
Professor Droogstoppel
Date
1920-07-01
Page
224 (sequence 3)
Language
German
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224 Jur deutschen Reich deutung unseres unbestimmten hat. Der Hebräer sagt: der Lome brüllt — ein Löwe, schreibe es in das Buch — ein Buch. — Aeberhaupt hat er diesen Faden gar nicht verstanden. Welche Bedeutung er haben soll, lehrt mit Sicherheit der Umstand, daß er ausdrücklich karmesinsarben, d. h. von blutroter Farbe sein soll. An das Fenster gebunden, soller, während die Kriegssurie rächend durch die Stadt eilt, dieses Haus von ihrem Wüten ausnehmen. . Es ist die gleiche Symbolik wie in der Nacht des Auszugs aus Aegypten, da der Würgengel die Erstgeburt Aegyptens schlägt, aber über die durch das Blut des Passahlamms gezeichneten Häuser der Israeliten „hinüberschreitet". Der schlichte Wollfaden aber, der stets zur Hand ist, erinnert an das.Symbol der Schaufäden, wie denn echte Symbolik immer an das Einfachste und Nächstliegende anknüpft und sich an einem Minimum genug sein läßt. Nach D. scheint der Faden den Zweck gehabt zu haben, den Israeliten die Stelle zu bezeichnen, wo sie (aber wie?) am leichtesten einen Einbruch machen tonnten, so daß seine Theorie von einem Fall Jerichos durch Verrat buchstäblich an einem Fäden hängt. — Und um solche Weisheiten bekanntzumachen, hat er, nachdem seine Schrift schon druckfertig war, ihren Inhalt noch sechs Jahre lang „immer von neuem überdacht"!- (104.) Auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Erzählungen sind ihm verborgen geblieben. Er versteht nicht das „Bruchstück" von dem Feldhauptmann Gottes, der Josua vor dem ummauerten Jericho mit gezogenem Schwerte begegnet, obgleich nicht viel Scharfsinn dazu.gehört, um zu erkennen, daß er es ist, der Josua im Namen Gottes die Verheißung von dem Fall der Mauern gibt. Israel soll keine Hand rühren, der Herr der Heerscharen wird für es streiten. Er versteht nicht den Zusammenhang der Beschneidung mit der ersten Feier des Passah, obgleich er wissen könnte, daß eines die Vorbedingung des andern ist. Daß die Beschneidung in der Wüste unterblieb, wird für den, der zu lesen versteht, hinreichend damit erklärt, daß die Israeliten, wie deswegen mehrmals ausdrücklich gesagt wird, in der Wüste beständig unterwegs waren. „Bei der Feier des Passahfestes erinnert „man" sich an die schier unglaubliche, aber durch 2.K. 23-2 authentisch beglaubigte Tatsache, daß seit den Tagen der Richter, die Israel gerichtet, und während der ganzen Zeit der Könige von Israel und Juda bis zum 18. Jahre des Königs Josia kein solches Passahfest gefeiert worden war." Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß solange Israel in Palästina war, in jedem Jahre Passah gefeiert wurde, aber niemals vorher war es, das will die Nachricht besagen, in solchem Geiste gefeiert worden. Denn Paisah ist das Fest der jährlichen Erneuerung, es ist der „heilige Frühling" Israels, und das 18. Jahr Josias war das Jahr jener großen Reformation und rückhaltlosen Rückkehr zu Gott. Etwas ganz Aehnliches lesen wir im Buche Nehemia c. 8, wie die aus dem babylonischen Exil Heimgekehrten das Hüttenfest feierten. „Und sie wohnten in Hütten, denn so hatten die Israeliten nicht getan seit den Tagen Josuas bis auf diesen Tag." Und doch ist die Feier keines Festes allen Zeiten

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