Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-06-01
- Page
- 193 (sequence 4)
- Language
- German
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193 Zeitjchail kündeten, daß sie das deutsche Volk von dem Einfluß der Juden reinigen wollen, mußten Zulauf bekommen. Das Mittel war geschickt, der Zweck war deutlich, die Lüge triumphierte. Deutschland ist heute in starkem Maße abhängig von den Staaten der Entente, die mit ihm nach Gutdünken walten und schalten können. Wir wissen, daß sehr vieles bei uns besser wäre, wenn man seitens der Entente anders mit uns verfahren würde. Die Mißstimmung gegen die bisher feindlichen Länder ist sehr groß; es ist ein leichtes, diese Mißstimmung zur Agitation gegen die Juden auszunutzen, wenn man feststellt, daß in den Ententeländern unter dem Einfluß der Juden gearbeitet wird. Auch diese Mühe läßt man sich nicht verdrießen; man macht es. sich sogar sehr leicht, man stellt fest, daß „die Oberleitung der gesamten Entente tatsächlich sich in den Händen des Judentums befinde. Die drei Hauptmächte, Amerika, England und Frankreich, seren in völliger Abhängigkeit vom jüdischen Großkapital, ihr Vernichtungsplan decke sich durchaus mit der Weltanschauung des Judentums." („Deutsche Zeitung" vom!6. Mai ) Damit ist der Zweck erfüllt. Der Haß muß sich nun weniger gegen die so entfernt liegenden Ententestaaten als gegen das nahe und greifbare Judentum richten. Für uns liegt die Unrichtigkeit dessen, was hier gesagt wurde, auf der Hand. Wir wissen, daß das allerdings-judenfreie amerikanische Großkapital einen starken Einfluß auf die Beteiligung Amerikas am Kriege hatte, daß aber gerade die stark mit Juden durchsetzten Deutsch-Amerikaner alles getan haben, um eine Deutschland günstige Politik herbeizusühren. Wir wissen ferner^ daß die nationalchauvinistische Presse in Frankreich und in England in den Händen aller anderen, nur nicht in den Händen von Juden liegt. Diejenigen, die heute in Frankreich, England und Amerika noch die Deutschland feindliche Politik propagieren, sind die Gesinnungsverwandten und zum Teil auch Blutsverwandten derer um die „Deutsche Zeitung". Nun noch ein ganz kleiner Vorfall, der aber auch seine Bedeutung hat: Besouders. gefährlich ist der Antisemitismus auf den Universitäten; ihn zu schüren, liegt stark im Interesse unserer Gegner. Um das Gemeinsamkeitsgefühl der judengegnerischen Studenten zu erhöhen, muß daran liegen, zu zeigen, wie aus allen Universitäten sich eine erfolgreiche Bewegung gegen die Juden geltend macht. Man scheut sich dabei nicht, auch auf die Universitätsstädte hinzuweisen, in denen jüdische Studenten sich kaum oder nur in ganz geringer Anzahl finden. Mau fingiert hier einfach Zusammenschlüsse jüdischer Studierender. So brachte kürzlich die Hochschulbeilage der „Deutschen Zeitung" sehr ausführlich die Mitteilung, wie über die K. C.-Verbindung