Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1920-06-01 · Heft 6 (Juni 1920) · p. 183

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 6 (Juni 1920)
Article
Professor Droogstoppel
Date
1920-06-01
Page
183 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316900-2316906-2357546--31199-2357589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Professor Troogpoppel 183 gelehnt wurden, aber deswegen gewaltigen Staub aufwirbelten, weil sie vor dem damaligen deutschen Kaiser gehalten worden waren und dieser persönlich in die Debatte eingriff. Jetzt hält er es an der Zeit, das deutsche Bol! vor einer der größten Gefahren zu warnen: vor dem Volke der Juden, indem er erschütternde' Enthüllungen über das alte Schrifttum, die Geschichte und die Religion dieses Volkes macht. Wenn die Welt bisher das Israel der Bibel für ein heiliges Volk und das Alte Testament für das geofsenbarte Wort Gottes hielt, so ist das eine einzige ungeheure Täuschung gewesen. Die alten Israeliten waren vielmehr eine sittlich außerordentlich tiefstehende Nomadenhorde, eine Räuber- und Mörderbande. Die im Alten Testamente erzählte Geschichte ist fast nichts als ein Gewebe von Lug und Trug. Der von ihm gelehrte Gott — und das ist die ungeheuerlichste aller Täuschungen — ist nicht etwa der wahre Gott, sondern ein „Stammesgötze niedrigster Art", die „Karikatur des Gottesbegriffes"„ ein „Schandgötze", in dessen Namen alle Missetaten verübt werden dürfen, und seine würdigen Verkünder sind die Propheten. Die Folgerungen für die Gegenwart sind: die Erforschung des althebräischen Schrifttums, das uns Gottes Wesen und Walten so wenig offenbart, als es vielmehr von Anfang bis zu Ende das Spiegelbild eines engherzigsten und zugleich unwürdigsten Gottesbegrisfes ist, sollte deshalb auch nicht länger einen Zweig der christlichen Theologie bilden. Für die christliche Kirche, Familie und wohl auch Schule ist das Alte Testament vollkommen entbehrlich. Biel geeigneter wäre eine Germanenbibel. Was die Juden anbetrifft, so „liegt es aus der Hand, daß ein solches absichtlich vaterlandsloses oder internationales Volk für alle übrigen Völker der Erde eine große, eine furchtbare Gefahr darstellt". — Dies der Kern des Buches: Die große Täuschung. Kritische Betrachtungen zu den alttestamentlichen Berichten über Israels Eindringen in Kanaan, die Gottesofsenbarung am Sinai und die Wirksamkeit der Propheten von F. D., Deutsche Verlagsanstalt Sttrttgart und Berlin 1920 (149 S.). Man sieht, unser Professor Droogstoppel geht weiter als sein Vorfahr. Wenn dieser erklärt hatte, er sei für Wahrheit und gesunden Menschenverstand, so hatte er ausdrücklich hinzugesetzt: „Für die Hl. Schrift mache ich natürlich eine Ausnahme." Unser Professor D. aber nimmt gerade die Hl. Schrift aufs Korn, allerdings nur die des Alten Testamentes, die des Neuen scheint auch er noch ausnehmen zu wollen. Das Buch, das (wir kommen darauf noch zurück) offenkundig in antisemitisch-politischem Interesse oder, was ja dasselbe ist, „für Wahrheit und gesunden Menschenverstand" oder, wie sein Motto kündet, „um Gottes willen" geschrieben ist, wird zweifellos großes Aussehen machen. Schon deswegen, weil die „Gebildeten" als die Sklaven gelehrter Suggestionen und Schüler oder Schülersschüler der die „Wissenschaft", . d. h. sich selber beweihräuchernden Professoren geneigt sind, den Professor ohne weiteres für einen Gelehrten und den Gelehrten für einen Weisen, jedenfalls für den allein und maßgebend Sachverständigen zu halten. Der einerseits aus unserer vorwiegend rezeptiven und tatsächlich verdum-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.