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Im deutschen Reich · 1920-05-01 · Heft 5 (Mai 1920) · p. 159

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 5 (Mai 1920)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1920-05-01
Page
159 (sequence 3)
Language
German
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Zeitschau ISS der eigentlich nichts weiter ist, als eine mit einer Vorrede versehene Zusammenstellung der Entschließungen, die seit dem Bestehen der Partei gefaßt worden sind. In diesem Wahlaufruf findet sich auch unter der Ueberschrift „Volkstum" jene Entschließung, die wir kurz nach ihrem Bekanntwerden bereits an dieser Stelle besprochen haben und die da besagt: „Nur ein starkes deutsches Volkstum, das Art und Wesen bewußt wahrt und sich von fremdem Einfluß fernhält, kann diazuverlässige Grundlage eines starken deutschen Staates sein. Deshalb kämpfen wir gegen den zersetzenden, undeutfchen Geist, mag er von jüdischen oder anderen Kreisen ausgehen. Wir wenden uns nachdrücklich gegen die seit der Revolution immer verhängnisvoller hervortretende Vorherrsch a ft desJudentums in Regierung und Öffentlichkeit. . Der Zustrom Fremdstämmiger über uns re Grenzen ist zu unterbinden." Wir haben damals bei jener ersten Besprechung dieses Prograimnpunktes daraus hingewiesen, was es mit jener Verklausulierung auf sich hat. Man wagt es nicht, weil es noch immer Juden gibt, die Vertrauen zu ihrem eigenen Henker haben, offen den Kanrps zu proklamieren, und deshalb, kleidet man die Absicht inline Form, die weniger deutlich erscheint. Aber sie verrät den Zweck. Warum Kampf gegen eine Vorherrschaft des Judentums, wenn keine Vorherrschaft vorhanden ist! Nicht der Kampf gegen hie behauptete Vorherrschaft, sondern der Kampf gegen das Judentum überhaupt ist es, der hier proklamiert werden soll. Das mögen sich die, die noch nicht sehend sind, vergegenwärtigen. Ja! es gibt immer noch recht viele unter uns, die nicht sehend sind. . Wir stehen in der Periode eines Judenhasses, wie er wilder noch kaum jemals zuvor getobt hat. Allerdings hat der Antisemitis-nuL heute eine Gestalt angenommen, die grundverschieden ist von der früherer Zeiten. Früher — in den 70er und 80er Jahren etwa — war der Antisemitismus eine Einzelerscheinung, d. h. er zeigte sich darin, daß dem einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum Schmähungen, Benachteiligungen, Ungerechtigkeiten aller Art widerfuhren. Heute richtet sich der Antisemitismus weit weniger gegen den einzelnen als gegen das Judentum in seiner Gesamtheit. Esist ein großerKampf, der sichanfdemgesamtem politischen, auf dem gesamten geistigen, auf dem gesamten wirtschaftlichenLeben austobt, und dernicht mehr und.nicht weniger bezweckt, als die Vernichtung d er Jdeeü es Judentums,des G eist esdes Judentums, des Judentums selbst. Da aber die Dinge so liegen, da eben der einzelne am eigenen Körper oft so

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