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Im deutschen Reich · 1920-05-01 · Heft 5 (Mai 1920) · p. 152

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 5 (Mai 1920)
Article
Die Geheimnisse der Weisen von Zion
Date
1920-05-01
Page
152 (sequence 7)
Language
German
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152 Im deutschen Reich SpitzelberichL „Die Geheimnisse der Weisen von Zion" gekannt hat. Wir müssen also eine gemeinsame französische Q u et I e für das Goedschesche Romankapite! und „Die Geheimnisse der Weisen von Zion" annehmen. Es ist für jeden, der den Schundromanschreiber Goedsche kennt, ohne weiteres klar, daß dieser unmöglich das, was er über die angebliche jüdische Wettljerrjchast vcrbnngr, aus eigenem erfunden, sondern daß er es irgendwoher abgeschrieben hat. Da Düsseldorf seine Heimat war, liegt die Annahme einer französischen Quelle besonders nahe. Und zeitlich stimmt, es auch vortrefflich überein, daß seine Quelle mit einer der Quellen des Verfassers der „Geheimnisse der Weisen von Zion" identisch sein muß, die, wie oben dargelegt wurde, ebenfalls aus dem Endender 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts stammen muß. Weniger Wahrscheinlichkeit hat die Annahme zu beanspruchen, daß der russische Spitzel das in Rede stehende Kapitel ans dem Roman von Goedsche benutzt hat. ' ■ Dieses traurige Machwerk eines russischen Spitzels hat aber eine sehr öedcntende und verhängnisvolle politische Rolle gespielt. Vor zwei Jahren wurde von den russischen dollcbewsG aus den Archiven der geheimen diplomatischen Dokumente'jene ölutrünstige Denks ch r i f L d e s G r a f e n L a m s d o r f an den 'Zaren vom 3. Januar 1906 an das Tageslicht gezogen, worin die damalige revolutionäre Bewegung in Rußland und Westeuropa als die Verschwörung des „allweltlich organisierten antichristuchen und antimonarchischen Judentums" und des. „international-jüdischen Kapitals" geschildert wurde. Es hieß darin weiter, die r u s s i s ch e Revolution werde von der A lli an ce I sr a 6li t e, die über kolossale Geld-- mittel verfüge, und von den Rothschilds gestützt und geleitet. In dem Bilde der großen jüdischen Verschwörung, das vor dem schreckhaften Auge des Zaren entrollt wurde, fehlten auch nicht die unvermeidlichen. Freimaurerlogen, die sich ganz in jüdischen Händen befinden und deren In „den 18. Grad" vorgerückten jüdischen und nichtjüdischen Mitglieder durch, diesen Akt selbst Mitglieder der Alliance werden sollen. Diese Druckschrift machte auch auf den geistig sehr beschränkten Zaren den gewünschten Eindruck, er vermerkte auf dem Dokument eigenhändig: „Man muß ohne Verzug in die Verhandlungen treten, ich teileg unz die hier geäußerten Meinungen." Zur Unterstützung dieses reaktionären Betruges wurden dann unter den Bauern der verschiedenen Gouvernements von den Schwarzen Hundert Aufrufe verbreitet, daß die Juden im Begriff feien, den Zaren zu fangen, die rechtgläubige Kirche zu stürzen und eine Judenherrschaft zu begründen. Es kann nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß dem Bericht des Grafen Lamsdorsf gerade der erlogene Spitzelbericht „Die Geheimnisse der Weisen von Zion" zugrunde gelegen hat. Im Jahre 1906 hat dev Graf dem Zaren seine perfide Denkschrift vorgelegt, elf Jahre später, im Jahre 1917 ist die Herrschaft des russischen Zaren gestürzt worden. Man beachte nun den angeblichen Ausspruch des unglücklichen französischen Königs Ludwig XVI., den,

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