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Im deutschen Reich · 1920-05-01 · Heft 5 (Mai 1920) · p. 151

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 5 (Mai 1920)
Article
Die Geheimnisse der Weisen von Zion
Date
1920-05-01
Page
151 (sequence 6)
Language
German
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151 Die Geheimnisse der Weisen von Ziorr meist ohne jeden Zusammenhang mit seinem Gegenstände alle die Lügen wiederkäut, die auch in anderen antisemitischen Schmähschriften, wie in Fritschs Handbuch der Judenfrage, in Wilhelm Meisters „Judas Schuldbuch" usw. über die Juden immer und immer wieder ohne Rücksicht auf die ihnen zuteil gewordenen Widerlegungen vorgebrächt werden. G. zur Beek nimmt dort Bezug auf eine Anfrage, die der jungtschechische Abg. B r e z n o w s k i im Jahre 1901 im österreichischen Reichsrat an den Kriegsminister gerichtet hatte, weshalb die Schrift „Ein Rabbiner über die Gojim" beschlagnahmt worden sei, und fährt dann fort: „Er (Breznowski) las diese Schrift vor, die auf solche Weise aus der Verborgenheit hervorgezogen wurde. Die völkische Wochenschrift für Deutsch-Oesterreich -Michel wach auf!" druckte in ihrer 7. und 8. Folge vom 2. und 9. März d. I. (1919) Auszüge ab, die darauf schließen lassen, daß ihr Verfasser an den Sitzungen der Weisen von Zion teilgenommen oder den Inhalt ihrer Berichte'gekannt hat." Es folgt dann der Wiederabdruck der Auszüge aus der angeblichen Rabbinerrede. Diese sind aber, wie an anderer Stelle nachgewiesen werden soll, von Anfang bis zu Ende fast wortgetreu dem Kapitel „Auf dem Judenkirchhos zu Prag" entnommen, das in dem Ende der 6ver Jahre erschienenen Roman „B i a r r i tz" des aus dem Wäldeck- Prozeß als' falscher Zeuge unrühmlich bekannt gewordenen Kreuzzeitungsredakteurs G o e d s ch e enthalten ist. Dieses Kapitel schildert eine nächtliche Geßeimsitzung auf dem genannten Kirchhofe, in der die Vertreter der 12 Stämme Israels ihre Pläne über die angebliche Mische Weltherrschaft enthüllen. Auf 'dieses Kapitel baut sich eine Unmenge anti semitis ch er Fälschungen auf, von denen die bekannteste die angebliche „G r o ß r a b b i ne r -Rede" ist, die im Jahre 1891 von der „Antisem. Korr." veröffentlicht wurde, die .seitdem immer wieder von" antisemitischer Seite vorgebracht wird und die auch bei den letzten Pogromhetzen unter dem zarischen Regiment in Massen in Rußland verbreitet wurde und so den Tod so manches unschuldigen Juden auf dem Gewissen hat.- Der bekannte Knüppel-Kunze hat vor kurzem das Kapitel „Aus dem Judenkirchhof in Prag" in einer besonderen Schrift unter dem Titel „Das Geheimnis der Mischen Weltherrschaft" veröffentlicht, und wenn er damit auch ein gutes Geschäft gemacht hat, da das dünne .Bändchen mit 1 Mark überteuer bezahlt wird, so hat er sich mit dieser Veröffentlichung doch ein großes Verdienst dadurch erworben, daß man nun, wo einem eine angebliche Kundgebung für die Weltherrschaft der Juden begegnet, sofort in der Lage ist, das betr. Kapitel in der Kunzeschen Veröffentlichung nachzusehen. Man findet dann gewöhnlich, daß die Fälschung daraus entnommen ist. So verhält es sich auch mit der Rede des angeblichen Breznowskischen Rabbiners. Da diese Fälschung Wort für Wort aus dem am Ende der 60er Jahre des . vorigen Jahrhunderts herausgegebenen Goedscheschen Roman stammt, so ist es ausgeschlossen, daß, wie Herr G. zrrr Beek behauptet, ihr Urheber den aus dem Französischen stammenden russischen 'Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!

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