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Im deutschen Reich · 1920-05-01 · Heft 5 (Mai 1920) · p. 153

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 5 (Mai 1920)
Article
Die Geheimnisse der Weisen von Zion
Date
1920-05-01
Page
153 (sequence 8)
Language
German
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153 Die Geheimnisse der Weisen von Zion wie oben mitgetcrlt wurde, Gottfr. zur Beek seiner Veröffentlichung der „Geheimnisse der Weisen von Zion" als Motto vorgesetzt hat: „Alles dieses wußte ich schon vor elf Jahren; wie ging es aber zu, daß ich es doch nicht glauben wollte?" Dieses Motto kann sich nicht auf den Zaren beziehen, da dieser ja all den Schwindel über die zionistisch-freimaurerische Verschwörung'für bare Münze genommen hat. Sicherlich aber hat er die Lamsdorfssche Denkschrift vom Jahre 1906 verschiedenen seiner gekrönten Kollegen, darunter auch dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und anderen deutschen Fürsreu. a»r Kenntnisnahme mitgeteilt. Diese haben damals an den Schwindel nicht geglaubt; heute wird ihnen durch diese Veröffentlichung nahegelegt, wie unrecht sie daran getan hätten, elf Jahre vor der auch über sie hereinbrechenden Katastrophe alle die Warnungen, in den Wind zu schlagen, die ihnen der Zar auf Grund des ihm vorgelegten erlogenen Spitzelberichtes hatte zukommen lassen. Man kann es nun auch verstehen, wenn Herr G. zur Beek sein trauriges Elaborat den Fürsten Europas aewiomm hat und wenn er in dem Vorwort .ganz besonders des deutschen Kaisers gedenkt. Dieser hat ja gerade 11 Jahre vor seinem Sturze mit mehreren Juden verkehrt, wenn er auch nicht deren Rat entgegengenommen hat, was sicherlich ihm und dem deutschen Volke nicht zum Schaden gereicht hätte. Wenn er zu einem ihm besonders am Herzen liegenden Zweck Geld brauchte, wußte er, daß er deswegen an jüdische Türen nicht vergebens anklopfen würde, sonst hatte er nicht viel für die Juden übrig. Heute ist das noch weniger als damals der Fall, das zeigen allein die Mitteilungen über seine bisher unwidersprochen gebliebenen zuftimmenden Aeußerungen hinsichtlich" des Dinterschen Sudelromans „Die Sünde wider das Blut". Sein Bruder, Prinz Heinrich von Preußen, zieht sogar ganz energisch gleich einem Antisemiten vom reinsten Wasser gegen die Juden, zu Felde, und sein ältester Sohn, der Kaiser der Zukunft a. D., hat nie aus seinen deutschvölkischen Gesinnungen ein Hehl gemacht. Vom Vater und Großvater dieser drei Hohenzollern stammt bekanntlich der denkwürdige Ausspruch, daß der Antisemitismus die Schmach des Jahrh u n d e r t § ist. Die Hohenzollern sind sehr übel beraten, wenn sie sich zum Zweck der Herbeiführung ihrer Restauration der antisemitischen Hetzpropaganda als Vorspann bedienen wollen. Wer nach dem hier Vorgeörachten noch'nicht zu der Ueberzeugung gelaugt ist, daß das wohl hinreichend gekennzeichnete Schandwerk „Die Geheimnisse der Weisen von Zion" in der Hauptsache darauf abzielt, mit Hilfe der antisemitischen Hetz- und Schwindelpropaganda für die Hohenzollern Stimmung zu machen, der schlage die letzte Seite des Buches auf. Er findet dort die ganze Seite einnehmend das Bild des Großen Kurfürsten mit der zweisprachigen Unterschrift: „Lxoriare aliquis nostris ex ossibus ttllorl Möge aus unseren Gebeinen dereinst ein Rächer erstehen!" Es wäre heute wirklich im Interesse mancher Kreise besser, wenn in solchen Zusammenhängen die Worte „Rache" und „Rächer" vermieden werden.

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