Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1920)
- Article
- Die Geheimnisse der Weisen von Zion
- Date
- 1920-05-01
- Page
- 148 (sequence 3)
- Language
- German
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148 Im deutschen Reich drungen war, nach Frankfurt a. M. zu bringen, wo die am 16. August 1807 gegründete Judenloge mit dem vielsagenden Namen „Zur ausgehenden M o rg enr ö te" seit einem Jahrhundert die Verbindung mit dem Großoriente von Frankreich unterhält. Diese Reise bildete -eine-prächtige. Gelegenheit für den geplanten Verrat. Der Bote übernachtete unterwegs in einer kleinen Stadt, wo der Russe ihn mit einer Schar von Schreibern erwartete; diese fertigten über Nacht die Abschriften an. Die Sitzungsberichte sind deshalb vielleicht nicht vollständige die Leute haben abgeschrieben, was sie in einer Nacht schaffen konnten! Die Urschrift ist französisch." In einer russischen Ausgabe von 1911 aber berichtet der russische „Gelehrte" S. Nrlus, die Persönlichkeit, der er die französische Abschrift verdanke, hätte diese von einer Frau erhalten, die sie in einem französischen Orte einem Freimaurer des 33. schottischen Hochgrades entwendet hätte, um ihrem Vaterlande einen Dienst zu erweisen. Herr G. zur Beek hält jedoch die Anaabe keines Gewährsmannes für richtig; die Geschichte des Diebstahls sei wohl erfunden worden, um von der Spur des Verräters abzulenken. Man sieht, die Vorgeschichte der Veröffentlichung ist reichlich mysteriös. Als Tatsache hat man es hinzunehmen, daß der russische Spitzel, der mit der- Ueberwachung des ersten'Baseler ZiOnistenkongresses betraut war, diesen „Geheimbericht", der in französischer Sprache abgefaßt war, dem Zaren vorge! egt hat und daß d i e s e r v ö n seiner E ch t h e i t ü b e r z.e u g t war. Wenn man nun den 74 Seiten in Quartformat umfassenden „Geheimbericht" durchlieft, so staunt man über den unglaublich blödsinnigen und albernen Inhalt, der angeblich als Ergebnis' gemeinsamer Geheimberatungen der Zionisten und Freimaurer zwecks Aufrichtung der jüdischen Weltherrschaft vorgebracht wird. Man denke, daß der größte Teil der deutschen Freimaurerlogen überhaupt keine Juden ausnimmt, also von vornherein mit den Zionisten nicht die geringste Fühlung haben kann; ferner ist es kompletter Unsinn, anzunehmen, daß die Logen der übrigen Länder so enge Beziehungen mit den Zionisten unterhalten sollen, wie in dem Geheimbericht angegeben wird. Nach ihm beruhen überhaupt alle Freimaurerlogen der Welt aus zionistischer Grundlage. Die angebliche Freimaurer- und Zionistenverschwörung in Basel existiert also nur in dem Hirn des russischen Spitzels, der den „Geheimbericht" aus verschiedenen gegen die Freimaurer und gegen die Juden gerichteten französischen Schmähschriften älteren Datums zusammengestoppelt hat. Der französische Ursprung der Fälschung geht ja schon aus der Tatsache hervor, daß nach der eigenen Angabe des Spitzels die Urschrift französisch gewesen ist. Auf französischen Ursprung läßt ferner schließen die zweimalige Erwähnung des Senats (S. 93 und 114), des Pan am askandals (D. 97). Ein Zitat aus derBulgata, der bekannten lateinischen Bibelübersetzung, die dem Kultus der katholischen Kirche zugrunde liegt: per me reges regnant sdurch mich herrschen die Könige, S. 84), spricht ferner ebenso für Frankreich als Ursprungsland," wie die Erwähnung der Untergrundbahnen auf S. 94: