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Im deutschen Reich · 1920-04-01 · Heft 4 (April 1920) · p. 140

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 4 (April 1920)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1920-04-01
Page
140 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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140 Jur deutschen Reich dauernden politischen Faktoren ihre Hand im Spiele hatten. Daß man seitens der deutschnationalen Partei zum mindesten die antisemitische Hetze mit sichtlichem Wohlbehagen betrachtet, wenn nicht gar gefördert hat, glauben wir allerdings heute schon mit ruhigem Gewissen sagen zu dürfen. Und die deutschnationale Jugend, deren Eifer für ihre Sache wir schon mehrfach hier erwähnt haben, und die sich auch heute wie ein Mann in den Dienst der Gegenrevolution gestellt hat, hat das ihrige getan, um den Judenhaß zu schüren. Aus ganzer Seele heraus freut es uns, sagen zu dürfen, daß auch unsere Jugend in diesen Tagen die Opferwilligkeit und die Hingabe bewiesen hat, die der Sache des Rechts angemessen ist. Daß Ausschreitungen schlimmerer Art gegen die Juden vermieden worden sind, ist nicht zuletzt auf die Unterstützung der mit uns arbeitenden jüdischen Jugend zurückzuführen, die in vorbildlicher Weise die Ausführungen unserer Arbeitsanweifungen unternommen hat. Ihr fei unser Dank an dieser Stelle! Auch das weiß man noch nicht: welche innen- und außen-- politischen und welche wirtschaftlichen Folgen der versuchte Umsturz haben wird. Vielleicht erhöht der Erfolg, den die verfassungstreuen Elemente erzielt haben, deren Arbeitswillen und Arbeitsfreudigkeit und stärkt den Kredit des Volkes. Wir hoffen es! Der Weg, denwir aufwärts gehenwollen, ist n i ch t a bg e s ch ni t t en, er ist nur unterbrochen. ' Wir werden ihn uns durch alle Finsternis hindurch zum Lichte bahnen! Wir deutschen Jud entgehen auch jetzt wie i m m e r d i e s e n Weg, mag e r a u ch n o ch s o st ei l sein, mit. Wir gehen ihn nicht deshalb mit, weil wir uns „lieb Kind" bei den anderen machen wollen, sondern weil wix als unseren Weg ihn mitgehen müssen. Der Wille zu dieser Arbeit ist uns nicht etwas, das uns von außen her aufgezwungen wird, sondern er fließt aus unserem innersten, tiefsten Erleben heraus. Weil wir ein Glied des Volkes find, müssen wir mit ihm zusammen uns emporringen. Deshalb müssen wir auch den Judenhaß in ihm überwiiwen. Der Judenhaß — wir haben es in diesen Tagen wieder gesehen — ist viel weniger eine Krankheit des Volkskörpers, die von innen heraus kommt, sondern er ist ein G i f t, das eingesp ritzt wird, um den Körper zu verseuchen. Und deshalb Kampf denen, die diese Giftspritze Handhaben! Das starke Volk wird viel weniger willig sich dem Einfluß dieser Giftspritze hingeben als das schwache. Die Frühlingssonne strahlt. Neues Sehnen, neues Hoffen belebt die Menschen. Schütteln wir die trüben Erinnerungen

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