Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 4 (April 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-04-01
- Page
- 141 (sequence 6)
- Language
- German
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141 Eine Klarstellung der verflossenen Tage ab. Lernen wir, daß nur einige Kraft, nur geschlossener Wille den Feind, wo auch immer er steht, vernichten. Dann wird auch für uns Frühling werden! (Abgeschlossen am 23. März 1920.) K. A. In den letzten Wochen gingen durch die gesamte rechtsstehende Presse Notizen, die sich über die unerhörte Bevorzugung der jüdischen Bevölkerung durch die Zuteilung von Weizenmehl zur Bereitung der Mazzos entrüsteten. Die Kappsche Regierung hat dann bekanntlich, als alle sonstigen Lockmittel nichts mehr fruchteten, die Bekanntmachung erlassen, daß jenes Mehl freigegeben und den Arbeitern zur Verfügung gestellt sei. Die Annahme besteht, daß das Märchen vonder Bevorzugung der Juden auch jetzt noch nicht verstummt. Folgendes sei Infolge der Ereignisse mußte unser Bureaubetrieb 10 Tage unterbrochen werden. Nach der Mederaufnahme der Tätigkeit häuft sich die Arbeit. Verzögerungen in der Erledigung sind nicht zu vermeiden. daher aus Grund amtlicher Mitteilung der Reichsgetreide st el lese st ge stellt. Die Zuteilung von Weizenmehl erfolgt nicht in diesem Jahre zum ersten Male, sondern sie ist die ganze Kriegszeit geschehen, also auch dann, wenn die Lebensmittelnot erheblich schlimmer war als im gegenwärtigen Augenblick. Es handelt sich nicht, wie die antisemitischen Blätter schreiben, um „feinstes Weizenmehl", sondern um Mehl, das bis zu 75 Prozent, das ist außergewöhnlich stark, ausgemahlen ist. Die für 8}4 Tage — nicht für 7 Tage, wie die Gegner behaupten — zur Verfügung gestellte Kopfmenge beträgt 1750 Gramm. Dazu erhalten die, die eine schriftliche Erklärung des Inhalts abgeben, daß sie sich beim vorigen Passahseste des Genusses von Gesäuertem vollkommen enthalten haben, die ‘ also auf rationierte Nahrungsmittel, wie Grieß, Graupen und dergleichen vollkommen verzichten, eine Zusatzmenge von 750 Gramm pro Kopf. Die Abgabe einer falschen Erklärung wird mit Gefängnis bestraft. Allen denjenigen, die Mazzos erhalten, werden die Brotkarten für die Osterzeit bereits von den Brotkommissionen entzogen. Der Mazzosbezug erfolgt lediglich auf Grund von Bescheinigungen, die von den zuständigen Brotkommisfionen abgestempelt sein müssen. Die Brotkommissionen sind angewiesen, an die Mazzosbezieher die Brotkarten für die Osterwoche überhaupt nicht zu verausgaben. Die mit so großem Pathos in die Welt posaunte Bevorzugung ist also in Wahrheit nichts anders als eine Schlechterstellung der jüdischen Bevölkerung. Eine antisemitische Lüge, die sich würdig