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Im deutschen Reich · 1920-02-01 · Heft 2 (Februar 1920) · p. 73

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 2 (Februar 1920)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1920-02-01
Page
73 (sequence 7)
Language
German
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Jüdische Rundschau 73 -zierstand zu, stieß sie aber nach errungenem Siege rücksichtslos aus. Diese Empsindungsweise herrscht bis aus den heutigen Tag vor. Der preußische Adel hat noch keine Zeit gehabt, sich daran zu gewöhnen, im Nichtedelmann seinesgleichen zu sehen. Wenn er schon einem Bürgerlichen das Recht zuerkennen soll, ihm zu befehlen, so muß er wenigstens aus der höheren Schicht der Verwaltungsbeamten kommen, die in potentia geadelt-ist, weil sie geadelt werden kann. Aber der Jude! . . . Der kann ja nur in der weiblichen Linie „edel" werden, die in den Adel hineinheiratet. Vor der weiblichen Linie hört die Klassen- und Rassenabneigung auf. Man kann ein Judenfeind sein und braucht deswegen noch kein Jüdinnenfeind zu sein. Und mancher Ritter ohne Furcht und Tadel und ohne Bankkonto findet, daß die Mitgift der reichen Jüdinnen nichts von ihrer Rasse an sich hat_ . i Noch eine Betrachtung drängt sich beim Lesen dieses Artikels auf. Selten hat man von antisemitischer Seite den angeblichen „Internationalismus" der Juden mit solchem Nachdruck betont, wie anläßlich dieses Krieges und seiner Folgen; und doch haben nie zuvor in der Geschichte so viele Juden gegen ihre eigenen Glaubensgenossen im Felde gestanden, sind Juden von jüdischer Hand getötet oder zu Krüppeln geschlagen worden. Das gilt jaübrigens genau so von allen christlichen Glaubensgemeinschaften. Kapitän Halff sagt von den französischen Juden: „Ihre Mentalität ist durchaus französisch, sie sind gänzlich assimiliert und fühlen sich als französische Staatsbürger jüdischen Glaubens. Ihre Anhänglichkeit an Frankreich ist instinktiv." Es ist also nur natürlich, daß sie gleich allen anderen französischen Staatsbürgern überzeugt waren, „für die Sache der Gerechtigkeit und der Freiheit" zu kämpfen. Und ebensowenig wie die anderen französischen Staatsbürger fragten sie sich, wie es sich mit Freiheit und Gerechtigkeit vereinbaren lasse, an der Seite des russischen Zarismus zu kämpfen — obgleich sie zu einer solchen Frage mehr Veranlassung gehabt hätten, als die französischen Staatsbürger christlichen Glaubens: sie brauchten ja nur in'Betracht zu ziehen, wie der Bundesgenosse ihres Vaterlandes seine Juden behandelte. Aber sie fühlten sich in erster Reihe als Franzosen und folgten dem allgemeinen Zug, ohne zu fragen. Sogar ihr religiöses Gefühl stellte sich unbewußt in den Dienst der „nationalen Sache", nicht der leiseste Funken von Internationalismus regte sich in ihnen, obgleich er in chrem Falle sehr entschuldbar gewesen wäre und obgleich in Friedenszeiten unter ihnen oft und oft Stimmen des Protestes gegen das Bündnis mit dem zaristischen Rußland sicherhoben. Aber sobald die Fahne entrollt war, standen sie alle bei ihr — ganz so wie es die deutschen Juden taten und zweifellos getan hätten, auch wenn die wahnsinnigen diplomatischen Kombinationen Deutschland statt Frankreich an die Seite Rußlands gestellt hätten. Der Internationalismus der Juden ist offenbar ganz von demselben Kaliber, wie d e r d e r — Chri st'e n. * * Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!

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