Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / Verax
- Date
- 1920-02-01
- Page
- 70 (sequence 4)
- Language
- German
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im Armeebefehl: „Er war ein Offizier von technischen Fähigkeiten ersten Ranges, begabt mit den vornehmsten militärischen Tugenden: Autorität, Tapferkeit, Selbstverleugnung." Unterleutnant Picard aus- Dünkirchen, dekoriert mit der Militärmedaille, wurde dreimal im Armeebefehl erwähnt, einmal hieß es von ihm: „Ein wahrer Begeisterer der Mannschaften, ein Spezialist für plötzliche Attacken, überall berühmt wegen seiner Tapferkeit und Tollkühnheit; er erbat sich als Auszeichnung, mit der Führung der gefährlichsten Unternehmungen betraut zu werden." Kapitän Jacques G o m p e l wurde verwundet, während er seine Kompagnie zu einer plötzlichen nächtlichen Attacke kommandierte; „den Arm mit dem Riemen von einer Wasserflasche bandagiert, behielt er das Kommando zehn Stunden lang unter dem heftigsten Feuer"/ Unterleutnant Lang vom 12. Chasseurs-Regiment wurde bei einem Bombardement in seinem Graben verschüttet; schwer verwundet und seinem Schicksal überlassen, von seiner Kompagnie abgeschnitten, die ihn zwar hören, aber ihm keine Hilfe bringen konnte, fing er an, die Marseillaise zu singen, und gab so der Mannschaft ein Beispiel des Mutes. Unter ähnlichen Umständen hielt Unterleutnant Jedermann, in einem eingestürzten Graben verschüttet, durch seine Kaltblütiqkeit den Mut seiner Mannschaften bis zu seinem letzten Atemzug aufrecht. Im Fliegerkorps haben sich einundneunzig Juden in hervorragender Weise ausgezeichnet, davon erlitten dreiunddreißig den Tod im Luftkampf oder im aktiven Dienst. Sergeant Gouguenheim schlug sechs feindliche Flieger in die Flucht; Adjutant Ehrlich geriet im September 1918, nach feinem neunzehnten Luftsieg, in Gefangenschaft, entwich aus der Festung Torgau und langte kurz nach dem Waffenstillstand in Metz an. Adjutant Marcel Bloch war Spezialist im Kamps gegen den „Drachen"; nachdem er mehrere Flugzeuge dieses Typus vernichtet hatte, wurde ihm im Armeebefehl folgende Erwähnung zuteil: „Am 26. Juni 1917 stieg er auf, um einen „Drachen" anzugreifen, ließ sich auf 400 Meter hinab und jagte drei feindliche Flugzeuge in die Flucht. Am 29. Juni ließ er sich auf 100 Meter hinab, steckte ein. feindliches Proviantlager in Brand und beschoß aus seinem Maschinengewehr die Soldaten, die das Feuer löschen wollten. Am 1. Juli attackierte er nacheinander zwei Drachen in einer Höhe von 200 Metern, beschoß sie erfolgreich, trotz der Dazwischenknnft von zwei weiteren feindlichen Flugzeugen und trotz des ununterbrochenen Feuers der Maschinengewehre und der Luflkanone. Er brachte sein von Kugeln durchbohrtes Flugzeug zurück." Paul Louis Weiller, Kapitän der Reserve im 57. Artillericregiment, diente von Kriegsbeginn an als Fliegerosfizier; er wurde e l f m a l im Armeebefehl rühmend erwähnt, dann wurde ihm im „Journal officiell" folgende Erinnerung gewidmet: „Er gab in seiner Stellung Beweise eines hohen Pflichtgefühls und war das glänzendste Muster der Kühnheit und Tatkraft. - Als Kommandant einer Gruppe von Rekognoszierungs-Eskadronen erzielte er während der Offensive vom September bis November 1918 in der Champagne und in dbn Ar-