Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / Verax
- Date
- 1920-02-01
- Page
- 69 (sequence 3)
- Language
- German
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Jüdische Rundschau 69 kreuz der Ehrenlegion verliehen, wobei der amtliche Bericht sich über ihn folgendermaßen äußert: „Ein höherer Offizier erster Ordnung; von seltener Tatkraft; unter einem heftigen Bombardement ordnete er seine Geschütze zu einer Schanze, hinter der er mit seinem Bataillon elf Tage lang standhielt, wehrte wiederholte feindliche Attacken ab, indem-er die Verteidigung mit ausnehmlicher Kaltblütigkeit leitete. Gab Beweise großer persönlicher Tapferkeit, wurde im Verlauf einer Attacke verwundet." — Die Zahl der Majore war sehr groß, viele, viele von ihnen sind vor dem Feind gefallen. Major PaulMayer- Samuel „erhielt tödliche Wunden während einer Rekognoszierung". Major Ruef „zeigte große Tapferkeit, indem er längs des von seinem Bataillon besetzten Schützengrabens unter dem grausamsten Infanterie- und Geschützfeuer des Feindes auf- und abspazierte, um durch seine kaltblütige Haltung den Mannschaften ein Beispiel der Todesverachtung zu geben. Er wurde zu Tode getroffen."— Drei jüdische Kammermitglieder dienten als Offiziere in der Reserve. Einer von ihnen, MauriceBokanowski (neuerdings wiedergewählt), war bei Kriegsbeginn dem Generalstab einer der östlichen Divisionen zugeteilt und wurde im amtlichen Bericht oftmals wegen seiner Tapferkeit und der bei Rekognoszierungen geleisteten Dienste zitiert. Als die „Provence" von einem v-Boot torpediert wurde, befand sich Bokanowski gerade an Bord. Der amtliche Bericht sagt folgendes über ihn aus: „Er blieb bis zum letzten Moment auf der Brücke in der Nähe des Schiffskommandanten, ermutigte die Mannschaften, half beim Hinunterlangen der Rettungsboote, ohne für sich einen Platz zu verlangen. Er sprang in die See erst in dem. Moment, als das Schiff sank." Der Sohn des ehemaligen Kapitäns Alfred Dreyfus — der jetzt als Oberstleutnant eine Abteilung vor Paris kommandierte — rückte im Kriege vom Unterleutnant zum Kapitän vor Vor Verdun 1916 zeichnete er sich besonders aus; der Armeebefehl sagt folgendes über ihn aus: „Ununterbrochen an der Front seit Kriegsbeginn, leistete er besonders vom 26. bis zum 28. Februar 1916 Hervorragendes im Beobachtungs- und Verbindungsdienst, in äußerst gefährlicher Lage, nachdem er verlangt hatte, während der ganzen Zeit nicht abgelöst zu werden, damit der Dienst in einem so kritischen Moment keine Unterbrechung erfahre. Bis zum 1. März blieb er ununterbrochen in seiner Stellung mit seiner Batterie und unterhielt derart eine besonders rege Tätigkeit seiner Geschütze unter einem fast ununterbrochenen Bombardement der feindlichen Artillerie." Unterleutnant Lucien Cohn vom 60. Infanterieregiment wurde im Armeebefehl siebenmal mit Worten höchsten Lobes erwähnt „als ein junger Offizier von prachtvoller Energie, hoher Initiative und großem Mut. Er jagte einen an Zahl überlegenen und wohlverschanzten Feind in die Flucht. Er elektrisierte seine Mannschaften durch seine Haltung, indem er selber an deren Spitze zum Angriff blies; behielt sein Kommando, obgleich schwer verwundet." Kapitän Maxime Berr, Sohn eines Rates beim Appellhof von Paris, siel in der Apriloffensive 1917 in einer vorgeschobenen Stellung, wo er feine Geschütze untergebracht hatte; von ihm heißt es