Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-02-01
- Page
- 64 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316900-2316902--30881-2357189- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
64 , 'Im deutschen Reich daß die Rassensrage, die sich auf dieser Grundlage ausbaut, ein Wahnglauben schlimmster Art ist. Nicht auf das Blut kommt es an, sondern aus die Kultur, auf die ge s ch i ch t l i ch e En t w i ck I un g und stuf den Willen der Menschen. Wenn wir sagen, daß wir keine Fremdlinge sind, so tun wir das nicht um der schönen Augen der Antisemiten willen; wir tun es auch nicht, um ein Asyl, das wir uns erworben haben, notdürftig zu erhalten, sondern wir sprechen so, weil wir nicht anders sprechen können. Nicht das Blut bestimmt die Volkszugehörigkeit. In unseren Adern fließt allerdings nicht das Blut der alten Germanen. Aber wir haben deutsche Kultur und deutsche Geschichte seit eineinhalb Jahrtausenden mit erlebt und m i t g e st a l t e t; das bestimmt un - ser Volkstum. Und darüber hinaus haben wir auch d e n W i l l e n zum Deutschtum. Würden wir Fremdlinge sein, so würden wir selbst doch zuerst in uns fühlen, daß wir anders sind als die, die so gern das Fremdsein uns. andichten wollen. Wer nicht Deutscher ist, kann auch nicht als Deutscher fühlen. Wir aber fühlen deutsch, das heißt wir fühlen in innerster Seele' alles mit, was die deutsche Gemeinschaft bewegt und durchbebt. Das müssen wir immer und immer wieder betonen, weil immer und immer wieder von unseren Gegnern über uns etwas Gegenteiliges gesagt wird. Aber, so könnte man fragen, ist nicht das Gefühl des Fremdseins zu uns, das unsere Gegner zu haben glauben, ein lebendiger Beweis für die Richtigkeit ihrer Anschauung? Wir müssen dieses Gefühl des Fremdseins allerdings bei unseren Gegnern bestreiten, und wir glauben, mit vollem Grund dieses Bestreiten rechtfertigen zu können, wenn wir auf das Hinweisen, was wir eingangs dieser Ausführungen gesagt haben: Erscheinungen, die ein Symptom der Zeitereignisse, sind und die als solche einer großen Masse der Menschen nicht gefallen, werden kurzerhand als auf jüdischem Einfluß beruhend gekennzeichnet. Wir haben nachgewiesen, was es mit der Verseuchung der deutschen Kunst durch den jüdischen Einfluß auf sich hat. Ganz ähnlich liegen die Dinge bei der Presse. Wir wissen, daß unsere große Tagespresse mit ihrem auf die Sensationslust des Publikums eingestellten Inhalt, mit ihrer Abkehr von aller Vergeistigung und Verinnerlichung gerne als jüdische Presse hingestellt wird. Richtig ist,, daß in Deutschland einige dieser Blatter in der Hand jüdischer Verleger und dyß jüdische Schriftleiter an ihnen in hervorragender Stellung tätig sind. Aber die Presse wird nicht vom Verfasser und von den Schriftstellern gemacht, sondern der eigentlich verantwortliche Leiter ist das Publikum, vr. Paul Nathan hat kürz-