Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1920)
- Article
- Der Stern Judas ist die Revolution
- Date
- 1920-02-01
- Page
- 53 (sequence 5)
- Language
- German
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58 „Der Stern Indes ist die. Revolution" sition zum Scheiterhaufen verdammt Worden — ein ganzes Vermögen aus nationalen Gründen' opferte! Jur -wiedergewvnnenen englischen Vaterland erlangte der Judenabkömmling D'Jsraeli (Lord Beaconsfield) die höchste Würde und' verschaffte seiner Königin die Krone, von Indien und den Titel einer Kaiserin. Im neuen Frankreich gehörte der.Jude Adolphe Crsmieur (1871) zu dem Fünfmärmerkollegium, welches das Vaterland aus dem Zusammenbruch zu retten unternahm. Und dennoch: Der Stern Judas . . .? Bevor wir einen Blick auf Deutschland' werfen) möchten wir im Vorübergehen sogar ein klassisches Beispiel aus dem unglückseligen Rußland streifen. Der einzige Lichtpunkt vielleicht in der russischen Geschichte vor dem Weltkrieg war die staunenswerte WnladuNjg des von den Flüchen der unschuldig zu Tode Gemarterten, verfolgten und im jüdischen Blute watenden Zaren Nikolaus II. zur — Haager Friedenskonferenz von 1898. Das Dunkel, das über den Motiven lag, schien undurchdringlich. Da trat immer klarer als geistiger Urheber, stärker als der Außenminister Gras Murawiew, der Staatsrat,Johannes von Bloch hervor, dessen Lebensbild in dankenswerter Weise erst jüngst die Monatsschrift „Ost und West" (Juli-August 1916) aus der Feder von Br. B. Friedberg gebracht hat. Wer war dieser treue Baterlandsfveund, dieser Retter der nationalen, russischen Ehre? Der Sohn eines jüdischen Zizisspinners aus Radom in Polen! Deutsch national konnten die Juden nicht fühlen, bevor es eine deutsche Nation gab. Das hat sehr lange, entsetzlich lange gedauert. Immerhin waren die Juden von jenem Jsaac an, der vor Kar! dem Großen in Aachen die Schatze Harunalraschids ausbreitete, bis zu den Rothschilds und den Baronen Cohn zu Dessau treue Fürstendiener, und das hieß doch wohl auch Vaterlandsdiener? Darauf beruhte zugleich, neben Gelehrsamkeit und Frömmigkeit, ihr Ansehen und Einfluß in den jüdischen Gemeinden. Prominente höfische Juden gab es züm Aerger der Antisemiten noch in der Umgebung Wilhelms II.; ihre Namen sind in jedermanns Munde. Doch weiß man draußen vielleicht weniger, daß die deutsche Judenheit ihnen jederzeit innerlich größere Sympathien zuwendete und von ihnen eine günstigere Einwirkung auf ihre Stellung im Vaterlande erhoffte, als von Marx und Lassalle rurd allen sozialdemokratischen Parteiführern jüdischen Bekenntnisses oder jüdischer Abstammung zusammengenommen. Diese Tatsache möge zu denken geben; an ihr ist nicht zu rütteln. Auch in dem ganzen, langen Kampfe für die nationale Einigung und Grö ß e Deutschlands im 19. Jahrhundert hat es